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19.02.2012

15:06 Uhr

Iran-Konflikt

US-Diplomaten befürchten israelischen Angriff

Der Iran hat am Sonntag eine Wiederaufnahme der seit mehr als einem Jahr auf Eis liegenden Gespräche zu seinem Atomprogramm angekündigt. Doch in Israel schwindet offenbar von Stunde zu Stunde mehr die Bereitschaft, auf Verhandlungen zu vertrauen. Die USA ziehen alle diplomatischen Register.

Ein iranisches Kriegsschiff passiert den Suez-Kanal bei Ismailia (Ägypten) in Richtung Mittelmeer. dpa

Ein iranisches Kriegsschiff passiert den Suez-Kanal bei Ismailia (Ägypten) in Richtung Mittelmeer.

Tel AvivDie USA wollen nach Medienberichten Israel von einem möglichen Angriff auf den Iran abhalten. Stattdessen wolle die US-Regierung Israel im Atomstreit mit dem Iran dazu bewegen, den Sanktionen gegen Teheran eine Chance zu geben, berichtete die Tageszeitung „Jediot Achronot“. Vor dem Hintergrund der wachsenden Sorge vor einem Angriff kämen ranghohe Vertreter der US-Regierung nach Israel. Tom Donilon, Berater für Nationale Sicherheit, sei bereits am Samstagabend in Israel eingetroffen. Geheimdienstchef James Clapper werde ebenfalls im Verlauf der Woche zu dringenden Gesprächen erwartet.

Die beiden Abgesandten wollten „jede Bemühung unternehmen, einen militärischen Schlag gegen den Iran zu verhindern“, schrieb das Blatt weiter. Man wolle Israel dazu bewegen, den Sanktionen gegen Teheran eine Chance zu geben. Die israelische Führung solle vor militärischen Schritten zunächst abwarten. Israels Regierung erklärte, sie beobachte genau die Bewegung mehrerer iranischer Kriegsschiffe, die am Samstag durch den Suez-Kanal ins Mittelmeer eingelaufen waren. Israels Stabschef Benny Gantz sagte in einem Rundfunkinterview, Israel entscheide allein über einen Angriff auf den Iran.

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Das iranische Ölministerium in Teheran teilte den Stopp am Sonntag auf seiner Website mit.

Der Iran kündigte am Sonntag eine Wiederaufnahme der seit mehr als einem Jahr auf Eis liegenden Gespräche zu seinem Atomprogramm an. Die nächste Gesprächsrunde zwischen dem Iran und den fünf Vetomächten des Uno-Sicherheitsrates sowie Deutschland solle wieder in Istanbul stattfinden, sagte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi bei einer Pressekonferenz. Einen Zeitpunkt für das Treffen nannte er nicht. Die letzte Verhandlungsrunde des Iran mit der sogenannten 5+1-Gruppe war im Januar 2011 gescheitert. Der Westen wirft dem Iran vor, er versuche unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Atomwaffen zu entwickeln.

Nach Auffassung von Diplomaten in Wien könnte der Iran in Kürze mit der Installation tausender Uran-Zentrifugen der 4. Generation in der neuen Anreicherungsanlage in der Stadt Fordo beginnen. Die leistungsfähigeren und schnelleren Zentrifugen könnten den Prozess der Urananreicherung deutlich beschleunigen, berichtete die britische BBC am Sonntag unter Berufung auf diplomatische Kreise in Wien.

Die Anlage in Fordo soll bereits seit Januar laufen, allerdings zunächst mit älteren Zentrifugen. Der Westen befürchtet, dass der Iran das in Fordo und einer zweiten, älteren Anlage in der Stadt Natans angereicherte Uran für den Bau einer Atombombe verwenden will. Mit den neuen Zentrifugen wäre die Bereitstellung des dafür notwendigen Urans schneller als bisher möglich. Der Iran selbst behauptet, es sei ausschließlich für zivile Zwecke gedacht.

Ein ranghoher US-Repräsentant sagte der israelischen Zeitung „Haaretz“ vom Sonntag, in den vergangenen sechs Monaten habe Washington verstärkt den Eindruck gewonnen, die Wahrscheinlichkeit eines israelischen Angriffs sei gestiegen. „Wir denken, dass Israel noch nicht entschieden hat, ob es angreift oder nicht, aber es ist uns klar, dass dies ernsthaft erwogen wird“, sagte er. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wollte sich am Sonntag nicht zu den Berichten in der Iran-Frage äußern.

Kommentare (53)

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19.02.2012, 13:03 Uhr

Die Lage ist in sofern brisant
Weil der Iran die Hisbollah , Hamas , al-Qaida , die Muslimbrüder und einige andere Radikalislamische Gruppen unterstützt , sie mit Waffen und Geld versorgt um den Dschihad gegen Israel zu realisieren .

Der Libanon und Syrien haben immer wieder von Norden auf Israel geschossen , im Osten ist es nicht nur Jordanien die Hamas und Hisbollah freie Hand lässt , Ägypten hat die Muslimbrüder , nun steht Der Iran mit Schiffen vor der Küste Israels und hält seine Langstreckenraketen in Persien in Bereitschaft .

Dazu kommt, dass der Iran beginnt im eigenen Land die freie Meinungsbildung zu beschneiden , indem er alle Sat-Schüsseln privater Haushalte konfisziert .

Nun brauchen sie eigentlich nur noch die nachricht zu verbreiten das die schiffe vor der Küste von Israel von Israel angegriffen wurde , und wir haben den Vielfrontenkrieg der nicht zu Beherrschen ist !

Nicht die USA oder Israel sollten diese Provokation beenden , ein Staat der "neutral oder offensichtlich unbeteiligt ist" sollte das erledigen .

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19.02.2012, 13:04 Uhr

Dschihad als die sechste „Säule des Islam“, Dschihad = Heiliger Krieg .
Für die Moslems besteht die Welt nur aus Gläubigen und Nichtgläubigen. Mit den Gläubigen sind die Moslems gemeint und mit den Ungläubigen die Nichtmoslems. Der Auftrag der Moslems besteht darin, die Nichtmoslems zu Moslems zu machen. Wenn es nicht per Mission gelingt, dann durch den Heiligen Krieg.

Einen permanenten Frieden zwischen Moslems und Nichtmoslems kann es nicht geben, allenfalls einen zeitlich begrenzten Frieden, den die Moslems Hudna nennen, was so etwas wie ein Waffenstillstand ist. Der aber ist nur erlaubt, wenn Moslems den Nichtmoslems unterlegen sind. Die Hudna-Zeit nutzen sie dann, um aufzurüsten, um schlussendlich den Sieg über die Nichtmoslems erringen zu können.

Ein Dauerfrieden im Sinne des westlichen Völkerrechts ist folglich zwischen der Welt des Islams und der Welt der Nichtmoslems nicht möglich. Daher kann es auch einen wirklichen Frieden nach der Vorstellung des Westens zwischen den Arabern/Moslems und Israel nicht geben, denn alles, was die Moslems unter Frieden mit Nichtmoslems verstehen und zulassen, ist eben nur der Hudna-Frieden, der aber ist nur ein Waffenstillstand mit dem Charakter der Vorläufigkeit.

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19.02.2012, 13:06 Uhr

Dies wurde für alle moslemischen Führer zum Leitbild und ist auch heute, angefangen bei Arafat und Khomeini bis hin zum iranischen Führer Ahmadinedschad und Hisbollah- Chef Nasrallah und den Hamas- und Fatah- Palästinensern, Grundsatz der Verhandlungen mit Israel.

Leider nehmen westliche Politiker dieses islamische Dogma nicht ernst, obwohl sie vor ihrer eigenen Haustür sehen, dass die Moslems immer militanter werden und die Doktrin, das keinen dauerhaften Frieden mit Nichtmoslems duldet, anstreben. Das geht nicht nur Israel etwas an, sondern alle nichtmoslemischen Länder.

Aus islamischer Sicht betrachten die Araber daher das 1993 mit Israel abgeschlossene Oslo-Abkommen als Hudna-Abkommen, das sie mit Mohammeds Hudna-Abkommen vergleichen, das er 628 mit den Bewohnern von Mekka, den Koraschiten abgeschlossen hatte. Doch nachdem Mohammed eine große bewaffnete Anhängerschaft um sich geschart hatte, griff er 638 die Koraschiten an und ließ alle Bewohner von Mekka töten.

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