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11.06.2011

12:06 Uhr

Iran und Katar

Kampf um das größte Gasfeld der Welt

VonMathias Brüggmann

Der Iran sitzt auf dem größten Gasfeld der Welt. Doch ob das Land die 51 Billionen Kubikmeter zu Geld machen kann, ist noch fraglich. Das Gasfeld verläuft nämlich unter der Grenze zu Katar - und da beginnt der Konflikt.

Eine Gasbohrinsel im Persischen Golf. Quelle: dpa

Eine Gasbohrinsel im Persischen Golf.

Asaluyeh/TeheranReza Khalili ist Jubelperser von Beruf und füllt seine Aufgabe mit Hingabe aus. Draußen vor den Fenstern des Kleinbusses, mit dem er Besucher durch sein Reich fährt, fliegen riesige Rohrleitungen, gigantische Öltanks, Entschwefelungs- und Gastrocknungsanlagen vorbei, und drinnen breitet Khalili Superlative dazu aus: Größter zusammenhängender petrochemischer Komplex der Welt! Emissionsfreies Benzin aus Gas vom Meeresboden! Und, natürlich, ein Investorentraum, sicher und zollfrei!

Dieser Investorentraum ist die iranische Energie-Sonderzone von South Pars (PSEEZ). Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt das Erdgasvorkommen dort auf 51 Billionen Kubikmeter, South Pars ist das größte Gasfeld der Welt.

Die Aufgabe des drahtigen Schnauzbartträgers und PSEEZ-Beschäftigten Khalili ist es, Investoren dorthin zu locken und gute Nachrichten zu verbreiten. Doch obwohl unter der Erde seines Landes die zweitgrößten Gas- und die drittgrößten Ölreserven der Welt liegen und sich Europa gerne unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen will, ist die Arbeit für ihn zurzeit nicht gerade einfach. Die Chancen Irans, aus den Rohstoffen Geld zu machen, sind an mehreren Fronten bedroht - wie auch die Machthaber des Landes.

Die Kulisse, vor der Khalili auf die erste Front deutet, wirkt tatsächlich wie die Front in einem Krieg. Flammen lodern, als würden die Berge Feuer speien, schwarze Rauchsäulen steigen in den Himmel. Erst aus der Nähe zeigen sich Schlote und Kessel und Rohre zur Gasförderung. Die tatsächliche Front ist unsichtbar und liegt hinter dem Meer, über das sich in der flirrenden Hitze riesige Tanker den Horizont entlangschieben. Dort liegt der erste Gegner: Katar.

Und die Front verläuft unter der Erde, 3000 Meter tief, quer durch die Gaslagerstätten unter dem Meeresboden des Persischen Golfs. Iran und Katar teilen sich dort ein riesiges Vorkommen, das in Iran South Pars und in Katar North Dome genannt wird. Khalili wirft Katar vor, mehr aus dem Gasfeld herauszuholen als die Iraner - "weil wir wegen des uns vom Irak aufgezwungenen Krieges in den 1980er-Jahren nun zehn Jahre hinterherhinken".

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Irans Förderung läuft auch wegen der zweiten Front, an der das Land kämpft, nicht so wie sie könnte. Denn die Sanktionen, die die Uno wegen des umstrittenen Atomprogramms verhängt hat, erschweren Lieferungen nach Iran.

Kommentare (3)

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Klaus

12.06.2011, 18:35 Uhr

Schade, dass nun auch Brüggmann, einer der letzten seriösen Iran-Berichteratter der Handelsblatt den seriösen Journalismus aufgegeben hat. Falls noch niemand es mitbekommen hat. Die Öl-Produktion Irans steigt jährlich: http://www.presstv.ir/detail/184283.html
Das sind Zahlen von britischen BP.

tradersk

13.06.2011, 10:17 Uhr

Statt iranischer Propaganda (presstv) empfehle ich Klaus nach Iran zu fahren und sich die oft kilometerlangen Schlangen an den Tankstellen anzuschauen, die von Jahr zu Jahr länger werden. Und übrigens, die längsten sind die an den Gastankstellen !

wsnoack

27.09.2011, 22:45 Uhr

Der Iran konnte trotz der Schwächung seiner Armee nach der erfolgreichen Revolution gegen den Schah durch die mörderischen Mullahs den Angriff des militärisch hochgerüsteten Iraks unter Saddam Hussein abwehren und sogar kleine Teile Iraks besetzen mit seinen Revolutionsgarden und Kindersoldaten. Die USA griffen dahar nur den vom Irren Saddam Hussein geführten Irak an und halfen in Lybien beim Sturz des noch irreren Gaddafis, um an deren Ölreserven zu gelangen. Den rohstoffreichen Iran aber griff nicht mal Israel an, das mit Erfolg die Atomanlagen Iraks und Syriens bombardieren konnte, weil es die USA hinter sich hat. Entgegen der Handelsblattberichterstattung sind Irans Industrieanlagen doch noch nicht so morsch, wie das die USA und Isreal gerne hätten. Anderfalls wären dort längst die USA, Frankreich und England den Iranischen Aufständischen militärisch zu Hilfe geeielt oder hätten wie im Irak dort nach von der UNO verbotenen Waffen gesucht. Daher können die Mördermullahs fröhlich das Iranische Volk unterdrücken.

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