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15.10.2013

16:30 Uhr

Iran

Weltmächte für neue Atomvorschläge aufgeschlossen

Die UN-Vetomächte und Deutschland verhandeln in Genf über die Vorschläge des Irans zur Atompolitik. Während der Iran einen Durchbruch für möglich hält, warnt Israel vor einem schnellen Ende der Sanktionen.

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr: Die Verhandlungen über die Atomvorschläge sind kompliziert und langwierig. dpa

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr: Die Verhandlungen über die Atomvorschläge sind kompliziert und langwierig.

GenfDer Iran ist nach eigener Darstellung mit ernsthaften Vorschlägen in die Genfer Atomgespräche gegangen. Bei dem Treffen mit Vertretern der fünf UN-Vetomächte sowie Deutschlands und der Europäischen Union seien diese Vorschläge positiv aufgenommen worden, sagte der stellvertretende Außenminister Abbas Arakchi am Dienstag.

Über Einzelheiten solle noch im Laufe des Nachmittags gesprochen werden. „Wir glauben, unsere Vorschläge haben das Potenzial für einen Durchbruch.“ Es seien ernsthafte Fragen zu den Vorschlägen gestellt worden, die die iranische Delegation ebenso ernsthaft beantwortet habe.

Es seien „zielorientierte Verhandlungen“, die keinesfalls eine Zeitverschwendung seien, sagte Arakchi. Details nannte er nicht. In den Medien seines Landes wurde Arakchi mit den Worten zitiert, eine Übereinkunft müsse ein Ende der Sanktionen beinhalten und dem Iran die Urananreicherung erlauben.

Irans Atomanlagen

Angst vor der Bombe

Die westlichen Staaten befürchten, dass der Iran mit seinem Atomprogramm auch Bomben bauen will. Ein Überblick über die iranischen Nuklearanlagen.

Natans

In der unterirdischen Fabrik südöstlich von Teheran wird Uran schwach angereichert. Das Material wird in Atomkraftwerken für die Stromgewinnung eingesetzt.

Für den Bau einer Atombombe müsste Uran weiter auf deutlich mehr als 80 Prozent angereichert werden. Nach dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA wurde die Zahl der dazu nötigen Zentrifugen von 2600 auf 8808 erhöht.

Fordo

Erst 2009 gab Teheran die Existenz dieser lange geheim gehaltenen Anreicherungsanlage südlich von Teheran zu. Damals war sie noch nicht in Betrieb. Die Fabrik in einem Tunnelsystem auf einem früheren Militärgelände nahe Ghom hat Platz für 3000 Zentrifugen zur Urananreicherung.

Inzwischen sollen dort mehr als 100 Kilogramm auf bis zu 20 Prozent angereichertes Uran hergestellt worden sein.

Buschehr

Im September 2011 ging Irans erstes Atomkraftwerk offiziell in Betrieb. Es hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Nach der islamischen Revolution 1979 zog sich die deutsche Kraftwerk Union (KWU) aus dem Bauprojekt zurück.

Später stiegen die Russen ein. Das Kraftwerk hat zwei Atomreaktoren und steht im Südwesten des Landes.

Isfahan

Im Zentrum der iranischen Atomforschung gibt es eine Anlage zur Produktion von Kernbrennstäben. Der erste iranische Brennstab wurde jüngst im Akw Buschehr eingefügt. Auch das in Zentrifugen zur Urananreicherung benötigte Hexafluoridgas wird dort hergestellt.

Arak

Den USA ist die Existenz des unfertigen Schwerwasserreaktors im Westen des Landes seit 2002 bekannt. Hier fällt potenziell Plutonium an, das für die Bombenproduktion verwendet werden könnte.

Teheran

Der kleine Leichtwasserreaktor in der Hauptstadt wurde noch zu Zeiten des 1979 gestürzten Schahs mit US-Hilfe gebaut. Er soll Material für medizinische Zwecke produzieren. Dazu benötigt er auf 20 Prozent angereichertes Uran.

Karadsch

Seit den 1990er Jahren arbeitet nahe der Hauptstadt ein Nuklearforschungszentrum, das vor allem medizinischen Zwecken dienen soll.

Parchin

Im Januar und Februar verweigerte der Iran IAEA-Inspekteuren den Zugang zur Militäranlage Parchin südöstlich von Teheran. Möglicherweise wurden dort Tests mit Atomsprengköpfen simuliert.

Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton bezeichnete die erste Gesprächsrunde als sehr nützlich. Weiter äußert er sich nicht. Westliche Diplomaten waren für eine Stellungsnahme zunächst nicht erreichbar.

Der neue iranische Präsident Hassan Ruhani hatte mit gemäßigten Äußerungen auch vor der UN-Vollversammlung große Hoffnungen auf Bewegung in dem Atomstreit geweckt. US-Außenminister John Kerry erklärte vor dem Genfer Treffen, das Fenster der Diplomatie sei weit offen. Als wichtige Geste wurde in US-Kreisen gewertet, dass die Verhandlungen erstmals in englischer Sprache geführt wurden.

Kommentare (2)

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pro-d

15.10.2013, 18:51 Uhr

Echt, Israel will seine Atom Waffen vernichten und seine Lager mit Chemie Waffen auflösen?

Hmm, erfreulich
erfreulich.

Account gelöscht!

15.10.2013, 20:05 Uhr

Was hat der Iran anzubieten ? Worüber will er verhandeln wenn er uneingeschränkt an seinem atomprogramm festhält?
Die Sanktionen gibt es nur aus einem Grund,wegen dem atomprogramm der Perser.
Ich denke die Sanktionen sollten noch verschärft werden bis der Iran bereit ist eben dort abstriche zu machen..

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