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09.04.2015

23:01 Uhr

Iranischer Geistlicher

Chamenei zweifelt Atomeinigung an

Er hat das letzte Wort: Ajatollah Ali Chamenei ist nicht überzeugt, dass Irans Einigung mit dem Westen im Atomstreit die beste Entscheidung war. Er drängte außerdem darauf, die Sanktionen auf einen Schlag aufzuheben.

Der oberste Geistliche hat das letzte Wort bei politischen Entscheidungen und ist von dem Deal im Atomstreit nicht überzeugt. dpa

Der oberste Geistliche hat das letzte Wort bei politischen Entscheidungen und ist von dem Deal im Atomstreit nicht überzeugt.

TeheranEine Woche nach der als Durchbruch gefeierten Einigung ist das Abkommen über das iranische Atomprogramm wieder in der Schwebe. Der oberste Geistliche Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sagte am Donnerstag in einer Fernsehansprache, er stimme dem Abkommen weder zu, noch weise er es zurück. Der US-Regierung warf er vor, die Ergebnisse der Verhandlungen in Lausanne falsch wiedergegeben zu haben.

"Das, was erreicht wurde, garantiert keine Einigung oder auch nur die Fortsetzung der Verhandlungen", erklärte Chamenei. Er hat bei weitreichenden politischen Entscheidungen im Iran üblicherweise das letzte Wort.

Chamenei bekräftigte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Genau das befürchten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland, die in Lausanne tagelang mit Vertretern Irans über Wege verhandelt hatten, wie der Bau einer Atombombe glaubhaft zu verhindern sei. Bislang hat der Iran Kontrollen seiner Atomanlagen nicht zugelassen. Daher setzte die Staatengruppe Wirtschaftssanktionen durch, die den Iran empfindlich getroffen haben.

Die Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen sind in den vergangenen Tagen durch den Konflikt im Jemen wieder merklich abgekühlt. Während die Islamische Republik eher an der Seite der schiitischen Huthi-Rebellen steht, unterstützen die USA Saudi-Arabien, das die sunnitische Regierung zu schützen versucht.

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