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12.11.2015

13:24 Uhr

Iranischer Präsident

Lösung für Syrien hängt nicht nur an Assad

Der Iran gilt als wichtiger Verbündeter des syrischen Regimes. Doch Präsident Assad scheint für Teheran austauschbar: Es gehe nicht um eine einzelne Person, sondern um Stabilität, so Irans Präsident Hassan Ruhani.

Der Iran gilt als der wichtigste regionale Verbündete Syriens. Der iranische Präsident Ruhani sagte gegenüber französischen Medien, es gehe vor allem um Sicherheit und Stabilität für das Land. dpa

Starke Führung gefordert

Der Iran gilt als der wichtigste regionale Verbündete Syriens. Der iranische Präsident Ruhani sagte gegenüber französischen Medien, es gehe vor allem um Sicherheit und Stabilität für das Land.

ParisEine Lösung für den Konflikt in Syrien sollte nach Ansicht des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani eine starke Regierung im Blick haben und nicht allein das Schicksal von Präsident Baschar al-Assad. Ruhani sagte am Mittwoch mehreren französischen Medien, es gehe „nicht um eine Person“, sondern um „Sicherheit und Stabilität“ in dem Land. Wer den Staat regieren soll, liege „in den Händen der Syrer“. Ruhani nannte Assad allerdings nicht beim Namen.

Der Iran ist der wichtigste regionale Verbündete Syriens. Teheran unterstützt die Führung in Damaskus finanziell und militärisch, darunter auch mit Militärberatern vor Ort. Wichtig sei es, den „Terrorismus“ in Syrien zu bekämpfen und die Sicherheit im Land wieder herzustellen, führte der iranische Staatspräsident aus.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Bürgerkrieg in Syrien

Seit mehr als vier Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Dem Regime in Damaskus steht eine Vielzahl von Gegnern gegenüber, die Lage ist unübersichtlich. Längst werden die Rebellen von islamistischen und radikalen Gruppen dominiert.

Regime

Die Armee kontrolliert noch immer die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Unterstützt werden Assads Anhänger von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von iranischen Kämpfern.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz ist die stärkste Kraft in Syrien. Sie kontrolliert im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in diesem Jahr mehrere Niederlagen gegen die syrischen Kurden einstecken.

Dschaisch al-Fatah

Dabei handelt es sich um ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter die radikale Al-Nusra-Front, die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und Brigaden, die sich als Teil der moderaten Freien Syrien Armee (FSA) sehen. Das Bündnis beherrscht im Nordwesten Syriens die Provinz Idlib.

Al-Nusra-Front

Der Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida vertritt eine ähnliche Ideologie wie IS, beide Gruppen sind aber miteinander verfeindet. Die Nusra-Front ist vor allem im Nordwesten des Landes stark, kämpft aber auch im Süden.

Ahrar al-Scham

Die islamistische Miliz ist neben der Nusra-Front die wichtigste Kraft des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah. Sie gibt sich pragmatischer und weniger radikal als der Al-Kaida-Ableger.

Freie Syrische Armee

Die FSA ist keine Armee im eigentlichen Sinne, es gibt auch keine einheitliche Führung. Mehrere moderate Gruppen rechnen sich ihr jedoch zu. Stark sind diese im Nordwesten, wo sie auch zu dem Rebellenbündnis gehören, sowie im Süden.

Kurdische Volksschutzeinheiten

Mit Hilfe der US-Luftwaffe konnte die YPG den IS aus großen Gebieten im Norden Syriens zurückschlagen. Dort haben die Kurden eine Selbstverwaltung aufgebaut. Sie kooperieren mit dem Regime, aber auch mit dessen Gegnern. Zuletzt kam es jedoch zu Zusammenstößen mit Rebellengruppen in Aleppo.

In Syrien herrscht seit mehr als viereinhalb Jahren Bürgerkrieg. Über 250.000 Menschen wurden bereits getötet, Millionen Syrer sind auf der Flucht. Während der Iran und auch Russland an Assad festhalten, fordern die USA, die europäischen Staaten und Saudi-Arabien, dass der Präsident die Macht abgibt.

In Wien beraten am Samstag rund 20 Länder erneut über Möglichkeiten, die Syrien-Krise zu beenden. Vor dem Treffen sollen in der österreichischen Hauptstadt außerdem Arbeitsgruppen zusammenkommen, um über Differenzen hinsichtlich „terroristischer“ Gruppen, der Opposition und der humanitären Krise in Syrien zu sprechen.

Von

afp

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