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04.08.2013

16:25 Uhr

Iranischer Präsident

Vereidigung beendet Ära Ahmadinedschad

Der neue iranische Präsident Hassan Ruhani hat seinen Eid abgelegt. Er will der Welt „das wahre Gesicht des Irans und des Islams“ zeigen. Gleichzeitig verspricht er moderater als sein Vorgänger Ahmadinedschad vorzugehen.

Neuer iranischer Präsident

Rohani will Ende der Sanktionen

Neuer iranischer Präsident: Rohani will Ende der Sanktionen

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TeheranDer moderate Kleriker Hassan Ruhani hat am Sonntag vor dem Parlament in Teheran seinen Amtseid abgelegt. „Ich hoffe, dass Gott dem Volk und mir in dieser schwierigen Mission die Türen öffnen wird“, sagte der 64-Jährige während seiner Rede. Ruhani skizzierte die Prioritäten seiner Amtszeit und setzte sich zugleich von seinem Amtsvorgänger Mahmud Ahmadinedschad ab.

Acht Jahre lang haben viele Iraner auf diesen Tag gewartet: das Ende der Ära Ahmadinedschad. Er hatte das Land politisch isoliert und wirtschaftlich ruiniert. Mit dem moderaten Kleriker Hassan Ruhani kommt jetzt ein neuer Präsident, den viele „Scheich der Hoffnung“ nennen. Er will die beiden Hauptprobleme des Landes lösen: die Wirtschaftskrise und die Isolation.

Gleich bei seinem Amtsantritt machte Ruhani klar, dass er den radikalen Kurs von Ahmadinedschad vermeiden und mit einer moderaten Politik neue Ziele verfolgen wolle. Dem Volk versprach er „ein stabiles Leben in Würde und Freiheit“, dem Westen eine „konstruktive Zusammenarbeit“. Er wolle der Welt „das wahre Gesicht des Irans und des Islams“ zeigen.

Amtseinführung am Wochenende: Irans neuer Präsident Ruhani steht vor einem Scherbenhaufen

Amtseinführung am Wochenende

Irans neuer Präsident Ruhani steht vor einem Scherbenhaufen

Irans neuer Präsident Hassan Ruhani ist vor seinem Amtsantritt nicht zu beneiden. Nach acht Jahren Ahmadinedschad ist die Liste der Probleme lang. Das erste Ziel von Ruhani: Den Iran mit der Welt wieder versöhnen.

Mit einer seiner ersten Amtshandlungen ernannte Ruhani den ehemaligen UN-Botschafter Mohammed Dschwaad Sarif als neuen Außenminister. Der 53-jährige war von 2002 bis 2007 UN Botschafter in New York, davor zehn Jahre lang Vizeaußenminister.

Bei der Gestaltung der Zukunft sollten alle ungeachtet ihrer politischen Differenzen mitwirken, warb der 64-Jährige Ruhani. Sein Problem: die politische Konstellation im Land. Gemäß der Verfassung, hat nicht der Präsident das letzte Wort in politischen Fragen, sondern der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei.

Darüber hinaus haben auch der einflussreiche Klerus und die mächtigen Revolutionsgarden ein Wort mitzureden. Ganz abgesehen vom erzkonservativen Flügel, der die Wahlschlappe im Juni noch nicht verdaut hat und nur auf einen Ausrutscher des neuen Präsidenten hofft. „Es gibt Tabus und rote Linien, die Ruhani auch als gewählter Präsident nicht überschreiten darf“, sagt ein iranischer Journalist.

„Falls das Regime seine Reformen langfristig nicht unterstützt, wird Ruhani sehr schnell Präsident und Oppositionschef zugleich“, bemerkt ein Politologe in Teheran sarkastisch.

Mit solchen Befürchtungen steht er nicht alleine da. Auch der Reformpolitiker Rassul Motachabnia hat Ruhani geraten, sich von eventuellem Druck nicht einschüchtern zu lassen. „Er muss immer wissen, dass Gott und das Volk hinter ihm stehen“, so Motachabnia. Ein anderer Reformer warnt Ruhani vor Kompromissen. „Wenn er das tut, macht er sich zu einer politischen Marionette“, sagt Ahmad Schirsad.

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