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16.01.2011

22:08 Uhr

Iranisches Atomprogramm

EU lehnt Einladung zur Werksbesichtigung ab

Im Iran hat eine Delegation aus sieben Ländern am Sonntag die Urananreicherungsanlage in der Nähe von Natans besichtigt. Doch die Werksbesichtigung war wohl lediglich Augenwischerei. US-Depeschen von Wikileaks belegen, dass der Iran heimlich versucht, Uran auf dem Weltmarkt zu kaufen.

Das iranische Atomprogramm unter Präsident Ahmadinedschad ist höchst umstritten. Quelle: dpa

Das iranische Atomprogramm unter Präsident Ahmadinedschad ist höchst umstritten.

HB TEHERAN. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen. Am Vortag hatten Vertreter aus Ägypten, Kuba, Syrien, Algerien, Venezuela, Oman sowie der Arabischen Liga den Schwerwasserreaktor bei Arak besucht. Teheran hatte im Vorfeld der nächsten Runde der Atomgespräche mit der Sechsergruppe ausgewählte Länder zu einer Besichtigungstour eingeladen.

Von der Sechsergruppe, den fünf Vetomächten und Deutschland, erhielten aber nur Russland und China ein Schreiben aus Teheran. Beide nahmen an der Besichtigung allerdings nicht teil. Auch die EU lehnte die Einladung mit der Begründung ab, dass eine Inspektion Aufgabe der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sei.

Mit den Einladungen zur Besichtigung der Atomanlagen sollten offenbar Bedenken zerstreut werden, wonach das Land mit seiner Urananreicherung unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung nach dem Bau von Atomwaffen strebt. Der Iran hat dies zurückgewiesen.

Die jüngsten Einladungen seien als vertrauensbildende Maßnahme gedacht, sagte der Chef des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi. „Dieser Besuch ist der Beweis für die Tatsache, dass der Iran nichts zu verbergen hat“, erklärte er.

Beobachter werteten die Einladung Teherans indes als Versuch, vor den neuen Atomgesprächen in Istanbul Ende des Monats Zwietracht unter der Verhandlungspartnern zu säen

.

Unterdessen berichtete die norwegische Zeitung „Aftenposten“ am Sonntag unter Berufung auf von Wikileaks veröffentlichte US-Depeschen, der Iran habe ungeachtet internationaler Sanktionen 2008 und 2009 wiederholt insgeheim versucht, die für sein umstrittenes Atomprogramm benötigte Technologie zu kaufen, darunter Uran, Computer und in Nuklearreaktoren verwendete Kontrollsysteme.

Kommentare (1)

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Thomas Melber, Stuttgart

17.01.2011, 09:37 Uhr

Nun, der iran ist Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrages und somit ausdrücklich berechtigt, Kernenergie für friedliche Zwecke zu nutzen.

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