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07.01.2011

10:05 Uhr

Iranisches Atomprogramm

Mossad-Chef rät Israel von Angriff ab

Der Iran wird bis 2015 keine Atombombe bauen können, sagte der scheidende Mossad-Chef Dagan. Offenbar hat der Computerwurm Stuxnet dem Regime in Teheran einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch die Sanktionen des Westens zeigten offenbar Wirkung, ein Angriff sei zurzeit unnötig, erklärte Dagan.

Besänftigung zum Abschied: Der scheidende Mossad-Chef Dagan glaubt nicht, dass der Iran vor 2015 eine Atombombe bauen kann. Reuters

Besänftigung zum Abschied: Der scheidende Mossad-Chef Dagan glaubt nicht, dass der Iran vor 2015 eine Atombombe bauen kann.

HB TEL AVIV. Der Iran wird nach Einschätzung des scheidenden Direktors des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad nicht vor 2015 eine Atombombe besitzen. Dieser Zeitpunkt könne sich sogar noch weiter verzögern, falls der Druck des Westens anhalte, sagte Meir Dagan nach Berichten israelischer Medien vom Freitag einem Parlamentsausschuss.

Dagan riet zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen ab. Ein Militärschlag dürfe für Israel nur das letzte Mittel sein. Ein Angriff auf den Iran sei nur ratsam, falls Israel angegriffen werde oder direkter Gefahr ausgesetzt sei. Im Juni 2009 hatte Dagan noch davon gesprochen, dass die Islamische Republik bis 2014 über eine Atomwaffe verfügen könnte. Israel und der Westen verdächtigen die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel ziviler Forschung Atomwaffen bauen zu wollen. Die iranische Führung bestreitet das.

Für die Verzögerungen im iranischen Atomprogramm machte der scheidende Mossad-Chef technische Schwierigkeiten sowie die vom Westen ergriffenen Massnahmen verantwortlich. Laut Dagan soll der Iran technische Rückschläge bei der Uran-Anreicherung erlitten haben - offenbar auch durch den Computer-Wurm Stuxnet.

Der israelische Militärgeheimdienst hatte 2003 vorhergesagt, dass der Iran bis 2007 eine Atombombe bauen könne. Dieser Zeitpunkt wurde später immer weiter verschoben. Dagan stand acht Jahre an der Spitze des Auslandsgeheimdienstes Mossad. Sein Nachfolger ist der langjährige stellvertretende Mossad-Direktor Tamir Pardo.

Israel und die USA haben Angriffe auf die im Land verstreuten und befestigten iranischen Atomeinrichtungen nicht ausgeschlossen. Die israelische Luftwaffe gilt jedoch als nicht stark genug, um diese im Alleingang zu zerstören.

Kommentare (7)

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Leasingnehmer

07.01.2011, 12:17 Uhr

Der Mossad scheint derzeit vernünftige Ansichten zu haben. Kommt israel evt. am Ende auch selbst ohne Atombombe aus- wenn der iran keine bekommt?

tomtomtoy

07.01.2011, 12:48 Uhr

Möglicherweise lässt sich dies Programm auch dazu verwenden eine Kernschmelze des Reaktors hervorzurufen .
Der iran ist auch ohne A-bombe gefährlich,allein mit dem vorhanden angereicherten Material lassen sich schon mehrere "Schmutzige"bomben bauen .Eine Kernschmelze wäre in der Verantwortung des betreibers !Und die Welt hätte ein Problem weniger !

tomtomtoy

07.01.2011, 13:06 Uhr

Ach ja, Entfernung berlin ---> Kiew ca 1200 km
berlin ---> buscher ca 4100 km

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