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02.03.2012

12:57 Uhr

Irans Parlamentswahl

Das Mullah-Regime kämpft um seine Existenz

VonMathias Brüggmann

Offiziell wählt Iran ein neues Parlament. Tatsächlich aber geht es um die Macht unter den Mullahs, um die Stärke der Opposition - und darum, wie lange die islamische Republik dem Druck des Westens noch widerstehen kann.

Video

Der Wahltag in Teheran

Video: Iran wählt neues Parlament

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TeheranIrans Religions- und Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei geht als einer der ersten zur Parlamentswahl. Er hat zwar kein offizielles Staatsamt, aber bei dieser Wahl geht es vor allem um seine uneingeschränkte Macht im Mullahstaat: Seine Anhänger sollen eine klare Mehrheit im Parlament, dem Majlis erringen und damit den Machtkampf zwischen Chamenei und Präsident Mahmud Ahmadinedschad entscheiden. Er rechne mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung, erklärte Chamenei im Wahllokal morgens um sechs Uhr morgens. Chamenei hat schon im Vorfeld klar gemacht, dass er mit einer hohen Wahlbeteiligung rechnet: „Die iranische Nation wird der globalen Arroganz, den Kräften des Imperialismus einen Schlag ins Gesicht geben“, zeigte er sich kurz vor dem Urnengang überzeugt von einer kommenden überzeugenden Unterstützung für die Herrschenden in Irans Theokratie.

Eine hohe Wahlbeteiligung ist die Legitimität, die die Mullahs brauchen. Denn die Zustimmung zur Islamischen Republik bröckelt sichtbar: Im Norden Teherans, wo die einstigen Schah-Paläste sich das Albotz-Gebirge hochziehen und heute die Häuser und Appartements der wohlhabenden Perser stehen, tragen die Frauen ihre Kopftücher oft so, dass sie die manchmal sogar strähnig gefärbten Haare kaum noch bedecken. Jeans statt Abaya dominieren. Und wen man hier zu den Wahlen befragt, bekommt  zur Antwort: „Wir gehen nicht hin.“

Irans Regierung ficht das nicht an. Ebenso wenig wie der Boykott, den die führenden Oppositionellen damit erklärt haben, dass es keine freien und fairen Wahlen seien, es keine Presse- und Meinungsfreiheit als Umfeld für einen offenen Urnengang gebe. Innenminister Mustafa Mohammad Nadjar, ein Mann mit offenem Hemd, schütterem Haar und iran-typischem Drei-Tage-Bart , spricht indes von einer „Zeit für die Ernte der Früchte der islamischen Demokratie“. Die Opposition schade sich selbst, die Wahlbeteiligung werde sogar höher sein als bei früheren Urnengängen. Es gebe einen „wahren Enthusiasmus, zu den Wahlen zu gehen“.

Kommentare (12)

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02.03.2012, 13:08 Uhr

Chamenei hat schon vor einigen tagen angekündigt dass diese Wahl ein großer erfolg wird , das glaube ich auch . Sicher hätte der Geistliche Führer die genaue Sitzverteilung im Iranischen "Parlament " vorhersagen können . Beschlossen ist halt beschlossen !!!

Pro-d

02.03.2012, 13:41 Uhr

Ich dachte immer, dass man unter Witze.de die geilsten Witze findet. Aber was die dt. Massenmedien bringen, nur um von der euro Krise abzulenken, das hat schon Elite Charakter.

Danke liebe Lemminge, dass ihr alle so brav mitmacht

ron

02.03.2012, 14:05 Uhr

Und trotzdem schlucken das 90% der Schafsmichel. 60Jahre Volksverdummung und Einschläferung. Wie wird das Geschrei gross sein, wenn die Ersparnisse weg sind.

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