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17.11.2014

08:26 Uhr

IS enthauptet weitere Geisel

„Getötet in einem Akt reiner Bosheit“

Erneut hat die IS ein Enthauptungsvideo veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen die Massenenthauptung zahlreicher Gefangener, unter ihnen ist der 26-jährige Amerikaner Peter Kassig. Die USA und die EU reagieren entsetzt.

Peter Kassig vor einem Truck mit Hilfsgütern, er beteiligte sich an Hilfsprojekten für Syrien. ap

Peter Kassig vor einem Truck mit Hilfsgütern, er beteiligte sich an Hilfsprojekten für Syrien.

Washington/BrüsselDie USA und die Europäische Union haben die Ermordung eines Amerikaners als fünfter ausländischer Geisel von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verurteilt. US-Präsident Barack Obama sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. Weiter sagte Obama, der 26-jährige Kassig sei „in einem Akt reiner Bosheit“ getötet worden.

Der aus Indianapolis (Indiana) stammende Entwicklungshelfer Peter Kassig habe einen „unzähmbaren Geist des Guten und der Ausdauer“ in sich getragen, erklärte Obama auf seiner Rückreise vom G20-Gipfel in Australien. Seine Entführung durch IS-Terroristen sei ein Akt des puren Bösen gewesen.

Auch Außenminister John Kerry verurteilte die Enthauptung. Verteidigungsminister Chuck Hagel sprach von „rücksichtloser Grausamkeit“. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der für Humanitäre Hilfe zuständige Kommissar Christos Stylianides erklärten, alle Täter bei Menschenrechtsverletzungen müssten zur Verantwortung gezogen werden. Die EU werde alle möglichen Anstrengungen in diese Richtung unternehmen, hieß es in der am späten Sonntagabend veröffentlichten Erklärung. Die Terrormiliz breche allgemein anerkannte Werte und Rechte.

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Die USA bestätigten am Sonntag die Echtheit eines im Internet verbreiteten IS-Videos. Die Aufnahme zur Enthauptung Kassigs zeigt auch eine brutale Massenhinrichtung gefangener Soldaten. IS-Extremisten hatten zuvor in den vergangenen Monaten bereits die beiden Amerikaner Jim Foley und Steven Sotloff sowie die Briten David Haines und Alan Henning ermordet. Der 26-Jährige Ex-Elitesoldat Kassig arbeitete nach Angaben seiner Eltern als Entwicklungshelfer in Syrien, als er am 1. Oktober 2013 in Dair as-Saur im Osten des Landes entführt wurde.

Die Eltern baten die Medien am Sonntag um einen zurückhaltenden Umgang mit dem Video. „Die Familie bittet die Medien, den Geiselnehmern nicht in die Hände zu spielen, indem sie Bilder oder das Video der Entführer veröffentlichen“, teilten Ed und Paula Kassig über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

In dem Video werden auch Enthauptungen syrischer Soldaten gezeigt – vermutlich in Nordsyrien. Ein vermummter Dschihadist richtet in englischer Sprache mit britischem Akzent eine Botschaft an Präsident Obama, in der er sagt, dass Kassig US-Soldat gewesen sei und den US-Truppen ähnliches widerfahren werde. Erneut machte die Terrorgruppe ihre Expansionsansprüche deutlich: auf Saudi-Arabien, Libyen oder auch Europa.

Kommentare (5)

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Herr Niccolo Machiavelli

17.11.2014, 08:41 Uhr

Natürlich ist dans Ganze grauenvoll, ohne Frage.

Nur: Warum um alles in der Welt begeben sich Menschen in diese Gefahr?

Herr never mind

17.11.2014, 08:45 Uhr

ja, erschüttert mich auch ! Das ist abscheulich und die Verantwortlichen müssen vor Gericht gebracht werde. Aber ! Der Westen, besonders unser grosser Freund USA, setzt die Expansions und Agressionspolitik weiter fort ohne Rücksicht auf andere Kulturen, Denkensweisen und Mentalitäten. Alles soll Big Mac, Coca Cola und Pizza Hut konsumieren und daran Spass haben und keineswegs etwas gegen diese lebensweise aufmucken. Wundert mich nicht dass es jeden Tag mehr gewaltbereite Verrückte gibt.

Herr Egon Olsen

17.11.2014, 09:41 Uhr

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