Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.02.2015

17:21 Uhr

IS-Geisel Kayla Mueller

In Syrien entführte Amerikanerin ist tot

Die von der Dschihadistengruppe IS in Syrien entführte US-Bürgerin Kayla Mueller ist tot. Das gab US-Präsident Barack Obama am Dienstag bekannt. Die 26-Jährige war als humanitäre Helferin in das Land gereist.

Die von IS entführte US-Bürgerin Kayla Mueller, hier in einer Aufnahme aus dem Mai 2013, ist tot, wie am Dienstag bekannt wurde. ap

In Syrien getötet

Die von IS entführte US-Bürgerin Kayla Mueller, hier in einer Aufnahme aus dem Mai 2013, ist tot, wie am Dienstag bekannt wurde.

WashingtonDie von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien entführte US-Bürgerin Kayla Jean Mueller ist tot. Dies gaben US-Präsident Barack Obama und die Familie der jungen Frau am Dienstag in Washington bekannt. Die 26-Jährige war als humanitäre Helferin nach Syrien gereist und dort Mitte 2013 entführt worden. Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen ihre Luftangriffe gegen Stellungen des IS wieder auf.

Die Nachricht vom Tod Muellers erfülle ihn mit „tiefer Trauer“, erklärte Obama. „Die USA werden, egal wie lange es dauert, die Terroristen, die für Kaylas Entführung und ihren Tod verantwortlich sind, finden und vor Gericht bringen.“ US-Außenminister John Kerry erklärte, „der IS allein ist verantwortlich“ für den Tod Muellers.

Glossar – der politische Islam

Einen einheitlichen Islam...

… gibt es nicht. Die Religion hat etwa 1,6 Milliarden Anhänger weltweit. Doch die regional unterschiedlichen Spielarten des Glaubens variieren stark. Die meisten Muslime leben beispielsweise nicht etwa in einem Land auf der arabischen Halbinsel, sondern in Indonesien. Dort sind mit knapp 13 Prozent aller Muslime der Welt so viele Gläubige beheimatet wie in keinem anderen Staat.

Die Verwendung...

… von Begriffen wie Islamismus, politischem Islam, Fundamentalismus, radikalem Islam und Dschihadismus erfolgt in der Debatte oft nicht trennscharf. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 werden sie oftmals synonym und wenig trennscharf verwendet. Meist sollen mit „Islamismus“ solche fanatischen und gewalttätigen Gruppen mit terroristischer Ausrichtung erfasst werden, die sich auf den Islam beziehen.

Islamismus...

… bzw. Islamisten stehen für für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islams die Errichtung einer allein religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung anstreben.

Problematisch ist,...

… dass gerade späteren Strömungen die Absicht eigen ist, den Islam nicht nur zur verbindlichen Leitlinie für das individuelle, sondern auch für das gesellschaftliche Leben zu machen. Oft geht das einher mit einer Ablehnung der Trennung von Religion, was ein Spannungsverhältnis schafft zu den Prinzipien von Individualität, Menschenrechten, Pluralismus, Säkularität und Volkssouveränität.

Friedliche Islamisten...

… sehen die Gewaltanwendung zur Durchsetzung ihres Ziels – der Errichtung eines islamischen Staats - nicht als ihr vorrangiges politisches Instrument.

Als Mittel des Widerstands...

… haben sich islamistische Strömungen allerdings in vielen Staaten entwickelt. Grobe Faustregel: Je stärker sie unterdrückt wurden, desto eher neigten sie zur Radikalisierung und einer Fokussierung auf den bewaffneten Kampf. So etwa in Syrien und in Ägypten.

Terrorismus...

… ist daher eines von mehreren Mitteln und Handlungsstilen, die Islamisten benutzen. Andere Beispiele sind Parteipolitik und Sozialarbeit.

Der Dschihad...

… bedeutet wörtlich „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“ für Gott, nicht Gotteskrieg. Man muss unterscheiden zwischen dem „großen Dschihad“ als Kampf gegen sich selbst, also umgangssprachlich gesagt Überwindung des eigenen „inneren Schweinehundes“ und dem „kleinen Dschihad“, dem Kampf im militärischen Sinne. Die Übersetzung von Dschihadisten als „Gotteskrieger“ verzerrt den Begriff daher, weil es einen einseitigen Fokus auf den bewaffneten Kampf legt.

Nach Angaben des Weißen Hauses erhielt die Familie der Getöteten am Wochenende eine „private Botschaft“ mit zusätzlichen Informationen vom IS, die vom US-Geheimdienst als „authentisch“ eingestuft worden sei und den Tod Muellers belege.

Angesichts des Todes ihrer „einzigen Tochter“ seien ihre „Herzen gebrochen“, erklärten die Eltern Carl und Masha Mueller. Dennoch seien sie „stolz“. Ihre Tochter habe ein „Ziel“ im Leben gehabt. „Wir werden jeden Tag daran arbeiten, ihr Erbe zu ehren.“

Die 26-Jährige aus dem US-Bundesstaat Arizona war im Dezember 2012 ins türkisch-syrische Grenzgebiet gereist, um dort für Hilfsorganisationen zu arbeiten. Im August 2013 wurde sie in Aleppo verschleppt, nachdem sie ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen verlassen hatte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×