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01.09.2014

11:31 Uhr

IS im Irak

Kurden erkämpfen IS-Staat zurück

Die Gegenoffensive läuft: Kurdische Peschmerga-Einheiten haben die irakische Stadt Sulaiman Bek zurückerobert und die IS-Besatzungsienheiten vertrieben. Indes tagt der UN-Menschenrechtsrat in Genf

Kurdische Peschmerga-Kämpfer: Die Kurden feiern Erfolge gegen IS. dpa

Kurdische Peschmerga-Kämpfer: Die Kurden feiern Erfolge gegen IS.

KirkutKurdische Kämpfer und verbündete schiitische Milizen haben die irakische Stadt Sulaiman Bek von den Dschihadisten zurück erobert. Die nördliche Stadt sei wieder unter der Kontrolle der "verbündeten Kräfte", es gehe aber noch immer Gefahr von möglicherweise zurückgelassenen Sprengsätzen aus, sagte der Regierungsverantwortliche für das nahegelegene Gebiet Tus Churmatu, Schallal Abdul Baban, am Montag. Zudem gebe es Kämpfe um die ebenfalls in der Provinz Salaheddin gelegene Ortschaft Jankadscha.

Ein Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Einheiten sowie ein Vertreter aus Sulaiman Bek bestätigten, dass die Stadt nach über elf Wochen in den Händen der Islamisten zurück erobert worden sei. Demnach handelte es sich um eine wichtige Position der Dschihadisten. Die Ortschaft liegt in der Nähe von Amerli, das ebenfalls mehr als zwei Monaten von Kämpfern der Gruppe Islamischer Staat (IS) belagert war. Am Wochenende drangen irakische Truppen in Amerli ein und durchbrachen die Belagerung.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Die IS-Kämpfer brachten seit Anfang Juni weite Teile des Nordirak in ihre Gewalt. In Genf hielt am Montag der UN-Menschenrechtsrat eine Sondersitzung zur Lage im Irak ab. Dabei sollte es auf Antrag Bagdads insbesondere um einen Resolutionsentwurf gehen, in dem die Entsendung einer Untersuchungskommission zu Verbrechen des IS gefordert wird.

Von

afp

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