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22.02.2015

15:59 Uhr

IS in Syrien

Türkische Truppen evakuieren belagerte Wachen

Wegen einer verschärften Sicherheitslage hat die Türkei rund 40 Soldaten evakuiert, die ein osmanisches Grab in Syrien bewacht hatten. Auch die Ruhestätte selbst wurde verlegt. Syrien reagierte erbost.

Einhundert Militärfahrzeuge

Türkischer Militäreinsatz in Syrien

Einhundert Militärfahrzeuge: Türkischer Militäreinsatz in Syrien

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Ankara Türkische Truppen sind in der Nacht zum Sonntag über die Grenze nach Syrien vorgedrungen, um die Wachsoldaten vor einem osmanischen Grab zu evakuieren. Das teilte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Sonntag über Twitter mit.

Der Fernsehsender CNN-Türk berichtete, dass es sich bei den Evakuierten um rund 40 Soldaten handele, die das Grabmal von Suleiman Schah auf einer Halbinsel am Euphrat bewacht hatten. Die Enklave sei von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) belagert worden, die Operation sei wegen einer weiteren Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region gestartet. Insgesamt seien 700 Elitesoldaten zur Befreiung ihrer Kameraden angerückt.

Auch das Grab selbst sei in die Türkei verlegt worden, teilte Davutoglu mit. Von den Streitkräfte hieß es, ein Soldat sei bei der Operation bei einem Unfall auf dem Weg zum Grab umgekommen.

Die Regierung in Damaskus verurteilte den Militäreinsatz in Nordsyrien scharf. Das Eindringen der türkischen Truppen sei eine „offenkundige Aggression“, zitierte die Nachrichtenagentur Sana am Sonntag das syrische Außenministerium.

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Türkische Soldaten hatten die Wachmannschaft eines osmanischen Grabes aus einer türkischen Exklave in dem Bürgerkriegsland in Sicherheit gebracht. Laut Sana wurde das syrische Außenministerium vorab über den Einsatz informiert, ein Einverständnis aus Damaskus habe Ankara jedoch nicht abgewartet. Der Einsatz sei daher ein klarer Verstoß gegen 1921 vereinbarte Regeln zum Umgang mit dem Mausoleum.

Die letzte Ruhestätte von Süleyman Shah, des Großvaters des Gründers des osmanischen Reichs Osman I., ist eine türkische Exklave in der umkämpften Provinz Aleppo nahe der Stadt Kobane. Davutoglu sagte, das Grab werde an einen „neuen Ort in Syrien“ verlegt. Weiter erklärte er das zunächst nicht.

Das staatliche türkische Fernsehen TRT berichtete, der Vorstoß sei unter dem Schutz von Kampfflugzeugen erfolgt. Das Grab befindet sich 35 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt am Euphrat. Die Gegend ist gemäß einem Abkommen aus dem Jahr 1921 türkisches Territorium und wurde bisher von rund 40 türkischen Soldaten bewacht.

Ankara hatte bereits gewarnt, dass das Mausoleum türkisches Hoheitsgebiet sei und die Armee bei Gefahr eingreifen werde. Die Türkei betonte aber auch, das Grabmal selbst sei von den Dschihadisten nicht besetzt worden. Große Gebiete Nordsyriens stehen seit Monaten unter Kontrolle der IS-Miliz.

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