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28.10.2014

13:10 Uhr

IS-Miliz und ihre Partner

Wie die Terroristen an Waffen kommen

VonDésirée Linde

Jede vierte Waffe kommt aus China, jede fünfte aus den USA: Die IS-Terrormiliz kämpft mit teils hochmodernem Kriegsgerät. Einst war es zur Stabilisation der Region gedacht. Wie es in die Hände der Terroristen gelangte.

Mit Waffen und martialischen Posen: So zeigen sich IS-Kämpfer, wenn sie Städte in Syrien und im Irak einnehmen. Screenshot Youtube

Mit Waffen und martialischen Posen: So zeigen sich IS-Kämpfer, wenn sie Städte in Syrien und im Irak einnehmen.

DüsseldorfDie Leinen des Fallschirms sind zum Teil nach an den Kisten befestigt. Ein IS-Kämpfer mit schwarzer Sturmmaske, Armeekleidung und Gewehr über der Schulter präsentiert die Beute. Es ist eine Waffenladung, die die USA offenbar fälschlicherweise nicht über von Kurden, sondern vom Islamischen Staat (IS) kontrollierten Gebiet abgeworfen hat.

Der Kämpfer in dem Video der Extremisten geht von Kiste zu Kiste, öffnet sie und zeigt Patronen, Gewehrmunition, Granaten. Auf einem der Behälter der Granaten ist deutlich die Aufschrift „DM41“ zu lesen – die Typbezeichnung eines älteren deutschen Fabrikats.

Die internationale Koalition gegen den IS

Wie verschiedene Länder sich engagieren

Mehr als 40 Länder beteiligen sich nach Angaben von US-Präsident Barack Obama am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Motive sind unterschiedlich und nicht jeder greift militärisch ein. Am Luftkrieg in Syrien beteiligen sich nur arabische Verbündete, im Irak sind auch Nato-Länder sowie Australien dabei.

USA

Die mächtigste Militärmacht der Welt organisiert die internationalen Luftangriffe. Ab August wurden zunächst IS-Stellungen im Irak bombardiert. Dabei kann sich Washington auf einen Hilferuf Bagdads berufen. Seit September kamen völkerrechtlich umstrittene Angriffe in Syrien hinzu. Sie galten neben dem IS auch der Al-Kaida-nahen Chorasan-Gruppe. Dabei werden auch Ölförderanlagen und Raffinerien gezielt zerstört. Nach US-Angaben sollten damit die Finanzquellen des IS ausgetrocknet werden. Seit dem 26. September bombardieren die USA auch IS-Stellungen bei der umkämpften Kurdenstadt Kobane in Nordsyrien. Die USA bilden zudem syrische Rebellen für den Kampf gegen den IS und die Regierung in Damaskus aus und liefern Waffen.

Arabische Staaten

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Jordanien unterstützen die USA bei Luftangriffen in Syrien. Die Golfmonarchien sind vom IS bedroht, dessen „Kalifat“ einen Anspruch auf Herrschaft über alle Muslime erhebt. Zugleich drängen sie die USA auch zum Sturz der syrischen Regierung, die ihrerseits gegen die Islamisten einen Kampf um Leben und Tod führt.

Türkei

Die türkische Regierung leistet weiterhin nur humanitäre Hilfe und hat nach eigenen Angaben rund 200.000 Flüchtlinge aus der umkämpften Region Kobane aufgenommen. Die Regierung in Ankara hat ein Mandat des Parlaments, militärisch in Syrien und dem Irak gegen Terrororganisationen vorzugehen. Sie fordert für ein Eingreifen aber eine umfassende internationale Strategie, die den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad einschließt. Die Forderung nach einem Korridor für kurdische Volksschutzeinheiten durch die Türkei hat sie abgelehnt. Der Nato-Staat hat auch dem Anti-IS-Bündnis nicht die Nutzung türkischer Stützpunkte erlaubt.

Frankreich

Als erstes EU-Land hat Frankreich im August Waffen geliefert und auch Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak geflogen. Dazu kommt Waffen- und Ausbildungshilfe für die irakischen Kurden.

Großbritannien

Washingtons engster Verbündeter fliegt ebenfalls Luftangriffe im Irak. Das Mandat des Parlaments schließt den Einsatz von Bodentruppen aus und beschränkt sich auf Einsätze im Irak. London liefert zudem Waffen an die irakischen IS-Gegner und leistet humanitäre Hilfe.

Dänemark

Als einziges skandinavisches Land beteiligt sich Dänemark mit F16-Kampfflugzeugen am Kampf gegen den IS. Außerdem will Kopenhagen Militärausbilder entsenden.

Belgien

Für Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak stellt Belgien sechs Jagdbomber vom Typ F-16 zur Verfügung. Zusammen mit den Kampfjets wurden rund 120 belgische Soldaten nach Jordanien verlegt.

Niederlande

Den Haag beteiligt sich mit sechs F-16 an dem Kampf. Zudem wurden rund 250 Soldaten nach Jordanien entsandt. Zusätzlich sollen 130 Militärausbilder irakische und kurdische Truppen ausbilden.

Australien

Australiens Luftwaffe beteiligt sich im Irak am Kampf gegen den IS. Dafür werden 600 Soldaten abgestellt. Die Basis ist Dubai.

Kanada

Kanada will sich an Luftangriffen gegen den IS im Irak beteiligen. Das Parlament erteilte der Regierung dafür ein Mandat.

Deutschland

Die Regierung schließt eine direkte Kriegsbeteiligung aus und beschränkt sich auf die Unterstützung der irakischen IS-Gegner. Dazu werden Infanteriewaffen wie Gewehre, panzerbrechende Waffen und andere Ausrüstungsgüter geliefert. Zudem werden irakisch-kurdische Kämpfer im Umgang mit Waffen und mit Minenräumgerät ausgebildet.

Anderweitiges Engagement

Länder wie ITALIEN, SPANIEN, GRIECHENLAND, BULGARIEN, TSCHECHIEN, die SLOWAKEI, PORTUGAL, POLEN oder NORWEGEN liefern Waffen, bilden Kämpfer gegen den IS aus oder leisten humanitäre Hilfe. Zypern stellt eine Basis für Luftangriffe zur Verfügung.

Israel

Ob sich der jüdische Staat am Kampf gegen den IS beteiligt, ist unklar. Ein hochrangiges Mitglied der Armee sagte, der jüdische Staat leite Geheimdiensterkenntnisse über den IS an die USA weiter.

Iran

Der Iran ist zwar nicht Teil der Anti-IS-Koalition, aber eines der ersten Länder, die den Irak und die Kurden mit Waffen beliefert haben. Laut Teheran wäre ohne diese frühe Hilfe schon der ganze Irak von der IS erobert worden. Anders als die Türkei und Saudi Arabien steht der Iran aber hinter Syriens Präsidenten Baschar al-Assad.

Aus welchen Beständen die Waffen stammen und wie sie den Weg nach Syrien gefunden haben, ist unklar. Denn laut Bundeswehr sind Granaten des im Video gezeigten Typs nicht kürzlich an die kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nordirak geliefert worden. Vielmehr hätten die Kurden dort das Nachfolgemodell „DM51“ erhalten.

Selbst wenn das Video und mit ihm die deutschen Granaten ein Fake sein sollten, das auf das Konto der „Öffentlichkeitsarbeit“ des IS geht, ist unbestritten, dass die Miliz über ein umfangreiches Waffenarsenal verfügt. Im Gegensatz etwa zu den Kurden in Kobane, die mit gerade zu Beginn der Kämpfe vor Monaten mit fast ausschließlich veraltetem Kriegsgerät versuchen, ihre Stadt zu halten, sind die islamistischen Kämpfer deutlich besser ausgestattet. Sie verfügen über etwa über Haubitzen, Maschinengewehre und Panzer – teils abenteuerlich zusammengeschustert, teils hochmodern. Viele der Waffen kommen aus den USA und China.

Untersucht hat Ursprung und Wege der Waffen die Nichtregierungsorganisation Conflict Armament Research, die Daten von 1700 erfasstem Kriegsgerät in Syrien und im Irak ausgewertet hat. Die Feldstudie, Teil eines von der Europäischen Union finanzierten, fortlaufenden Projekts, hat zum Ziel, Waffen der militanten Gruppe und Waffenquellen zu identifizieren. Die Stichprobe ist nicht umfassend, wirft aber ein Schlaglicht auf die militärische Stärke des IS.

Kommentare (2)

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Herr Helmut Paulsen

28.10.2014, 14:01 Uhr

Bürger sind gegen Extremistengruppen die ungehindert reinkommen und für Einsätze benutzt werden.

Deutschland wird zur Rekrutierung missbraucht.

Politik duldet das auch noch.

Kommt zur Anti-Demo !

Herr Vittorio Queri

28.10.2014, 16:45 Uhr

>> Wie die Terroristen an Waffen kommen >>

http://rt.com/op-edge/197480-isis-west-terrorism-mythology/

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