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05.06.2017

08:29 Uhr

IS reklamiert London-Anschlag für sich

Polizei nimmt bei Razzien weitere Verdächtige fest

Nach dem Anschlag von London meldet die Polizei am Montagmorgen weitere Durchsuchungen und Festnahmen. Zuvor hatte in der Nacht der IS die Tat für sich beansprucht. US-Präsident Trump äußerte sich erstmals mündlich.

Polizisten sichern den Einsatzort ab. dpa

Durchsuchungen im Osten von London

Polizisten sichern den Einsatzort ab.

LondonBei Razzien in den frühen Morgenstunden seien am Montag im Osten von London „mehrere Menschen“ festgenommen worden. Anti-Terror-Einheiten hätten in den Stadtteilen Newham und Barking zwei Immobilien durchsucht. Die Ermittlungen würden liefen weiter, gab die Polizei bekannt. Bereits am Sonntag hatte es mehrere Festnahmen gegeben. Zuletzt hatte die Polizei von bislang zwölf Festnahmen gesprochen. Demzufolge befanden sich noch sieben Frauen und vier Männer in Gewahrsam, nachdem ein Mann auf freien Fuß gesetzt worden war.

Zuvor hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag in London für sich reklamiert. Die in der Nacht zum Montag verbreitete Erklärung des IS-Sprachrohrs Amak konnte zunächst nicht auf Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über für den IS übliche Kanäle und in der üblichen Form verbreitet.

Drei Männer hatten am Samstagabend im Zentrum Londons Menschen mit einem Lieferwagen und langen Messern attackiert und dabei sieben Menschen getötet und rund 50 weitere teil schwer verletzt. Drei Angreifer fuhren mit einem Kleintransporter auf der London Bridge in eine Menschenmenge und attackierten dann Passanten willkürlich mit Messern. Die mutmaßlichen Terroristen wurden von Polizisten erschossen - vom Notruf bis zu ihrer Tötung vergingen acht Minuten. Unter den Verletzten waren nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auch zwei Deutsche.

Es war das dritte Attentat binnen drei Monaten in dem Land, alle drei hat der IS für sich in Anspruch genommen. Der zweite Anschlag liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem Benefizkonzert in der nordenglischen Stadt gedachte Grande am Sonntagabend gemeinsam mit Kollegen wie Miley Cyrus und Justin Bieber sowie 50.000 Zuschauern der Opfer dieses Anschlags.

Unter Leitung von Premierministerin Theresa May sollte am Montag das Sicherheitskabinett zusammenkommen. Dabei sollten Konsequenzen aus dem erneuten Anschlag beraten werden. Bei einer Mahnwache in der Stadt soll der Opfer gedacht werden. „Wir werden diese Feiglinge nie gewinnen lassen, und wir werden uns nie vom Terrorismus einschüchtern lassen“, sagte Bürgermeister Sadiq Khan mit Blick auf die Attentäter.

Die Ermittlungen im Umfeld der drei Angreifer gehen weiter. Ihre Identitäten sollen veröffentlicht werden, sobald dies ermittlungstaktisch möglich sei, hieß es. Im Zusammenhang mit der Tat hielt die Polizei noch elf Menschen fest. Inwieweit sie in den Anschlag verwickelt waren, blieb zunächst unklar.

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