Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2014

13:44 Uhr

IS-Terror im Irak

Iran beliefert Kurden im Nordirak mit Waffen

Die kurdischen Peschmerga haben nach eigenen Aussagen Waffen und Munition aus dem Iran erhalten. Der Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS geht weiter. Autobombe in Bagdad tötet mindestens 31 Menschen.

Ein Soldat der kurdischen Peschmerga. Reuters

Ein Soldat der kurdischen Peschmerga.

Erbil/BagdadDer Iran hat die Kurden im Nordirak nach deren Angaben mit Waffen und Munition versorgt. „Wir haben um Waffen gebeten, und der Iran war das erste Land, das uns Waffen geschickt hat“, sagte Kurden-Präsident Massud Barsani am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem iranischen Außenminister Mohammad Dschawad Sarif in Erbil.

Auch Deutschland plant Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga, die im Nordirak gegen radikale Islamisten der Bewegung Islamischer Staat (IS) kämpfen. Bisher ist allerdings unklar, welche Waffen aus den Beständen der Bundeswehr den Kurden überlassen werden sollen.

Die Islamisten-Miliz IS hat Regionen in Syrien und dem Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht und zwingt den Menschen dort eine extremistische Auslegung des Islam auf, zu der auch Steinigungen und Kreuzigungen zählen.

Was leistet Deutschland im Irak - und was (noch) nicht?

Bis an die Grenze des Machbaren

Die Bundesregierung hat angekündigt, bei ihrer Hilfe für den Irak bis an die Grenze des politisch und juristisch Machbaren zu gehen. Was heißt das konkret?

Hilfszahlungen

Die Bundesregierung hat im Zuge der Krise 24,4 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. 4,4 Millionen sind für dringende Maßnahmen wie den Bau von Unterkünften, die Trinkwasserversorgung und medizinische Hilfe vorgesehen. 20 Millionen stehen für längerfristige Infrastrukturprojekte bereit. Auch dabei geht es in erster Linie um Wasserversorgung.

Transport von Hilfsgütern

Die Bundeswehr hat am Freitag mit Hilfsflügen in die nordirakische Kurden-Hauptstadt Erbil begonnen. Fünf Transall-Flugzeuge starteten mit mehr als 35 Tonnen Lebensmitteln und Sanitätsmaterial.

Ausrüstung

Die Bundesregierung hat sich bereiterklärt, Rüstungsgüter wie Kleinlastwagen, Schutzwesten oder Helme aus Bundeswehrbeständen an die kurdischen Streitkräfte im Nordirak zu liefern. Beschlossen ist das aber noch nicht.

Waffen

Auch Waffenlieferungen schließt die Bundesregierung nicht grundsätzlich aus. Allerdings argumentiert sie, dass andere Länder dazu eher in der Lage seien, weil die Kurden mit Waffen aus der früheren Sowjetunion und den USA kämpften.

Bundeswehreinsatz im Irak

Einzelne Politiker haben die Unterstützung der US-Militäroperation im Irak durch die Bundeswehr gefordert – der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour zum Beispiel. Für die Bundesregierung ist das derzeit kein Thema. Die USA bekämpfen die Terrormiliz IS mit Luftangriffen.

In Bagdad gab es indes erneut einen Anschlag mit mehreren Toten. Bei der Explosion einer Autobombe sind in der irakischen Hauptstadt am Dienstag mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, 31 wurden verletzt. Das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug sei in der Nähe von Vieh- und Gemüsemärkten sowie einer Polizeidienststelle geparkt gewesen und in der Hauptverkehrszeit detoniert, teilte die Polizei mit.

Für den Anschlag übernahm niemand die Verantwortung. Er trägt aber die Handschrift von mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Extremisten.

Derzeit kämpft die schiitische Regierung Iraks gegen die sunnitischen Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat, die weite Teile des Landes im Norden und Westen unter ihrer Kontrolle hat.

Am Montag waren durch Anschläge in schiitischen Gebieten in und um Bagdad mindestens 58 Menschen getötet worden. Darunter waren auch 15 Kirchgänger, die bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Bagdad ums Leben kamen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×