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21.11.2014

16:29 Uhr

IS-Terrormiliz

Zahl der deutschen Kämpfer auf 550 gestiegen

Immer mehr Deutsche radikalisieren sich und kämpfen für den IS in Syrien und dem Irak. Nach der neuesten Schätzung sind inzwischen mindestens 550 Personen ins Kampfgebiet ausgereist. Die Sorge vor Rückkehrern wächst.

Die Zahl der Deutschen, die für die Terrormiliz Islamischer Staat kämpfen, ist auf mindestens 550 gestiegen. ap

Die Zahl der Deutschen, die für die Terrormiliz Islamischer Staat kämpfen, ist auf mindestens 550 gestiegen.

BerlinDie Zahl radikaler Islamisten aus Deutschland, die in Syrien und dem Irak für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen, ist deutlich gestiegen. Nach der neuesten Schätzung sind inzwischen mindestens 550 Radikale ins Kampfgebiet ausgereist, wie Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) am Freitag dem Sender phoenix sagte. „Bis vor wenigen Tagen haben wir noch 450 gesagt. Insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein hoher Anstieg.“

Zur Terrorgefahr hierzulande sagte de Maizière, eine absolute Sicherheit vor Anschlägen gebe es nicht. „Wir tun das uns Mögliche, wir haben die Szene ganz gut im Griff.“ Die Behörden hätten rund 230 sogenannte Gefährder in Deutschland im Visier. „Das ist die höchste Zahl, die wir je hatten. Das sind Menschen, von denen nicht auszuschließen oder sogar wahrscheinlich ist, dass sie einen Anschlag planen. Mit Umfeld reden wir dann über 1000 Leute.“ Das sei sehr viel und die Lage ernst. „Aber Angst sollten wir nicht haben.“

Verändert habe sich zudem der Charakter möglicher Anschläge, sagte de Maiziére: „Früher hatten wir Sorge vor strategisch geplanten Gruppenanschlägen mit großer Wirkung – Stichwort Sauerlandgruppe. Heute sind unsere Sorge Einzeltäter, die radikalisiert zurückkommen.“

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Ende Oktober hatte der Verfassungsschutz vor einem rasanten Anwachsen der radikalislamischen Salafistenszene gewarnt. Inzwischen zähle diese Gruppe über 6300 Menschen, sagte Behördenpräsident Hans-Georg Maaßen. Bis Jahresende könnten es 7000 sein. Vor wenigen Jahren haben man erst rund 2800 Salafisten gezählt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Thomas Melber

21.11.2014, 17:15 Uhr

Eine einfache Gleichung:

keine Gefährder = keine Gefahr

Die Frage ist nur, wie sie sozialverträglich löst.

Account gelöscht!

21.11.2014, 18:57 Uhr

Auch bei der Totalverblödung ist in Deutschland ein deutlicher Fortschritt in die falsche Richtung festzustellen.

Account gelöscht!

21.11.2014, 20:48 Uhr

Auch wenn diese Zeitgenossen aus Deutschland kommen sollen, so sind das immer noch keine Deutschen. Wenn man auch die Deutsche Staatsangehörigkeit nachgeworfen bekommt, dauert es mind. 5-10 Generationen, bis man die deutschen Tugenden entwickelt hat, woraufhin von einem Deutschen gesprochen werden kann. Sicher gibt es auch den einen oder anderen Deutschen, der nicht ganz richtig tickt und trotzdem einen auf Salafist und IS-Kämpfer macht.

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