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08.12.2015

10:00 Uhr

IS wächst und wächst

27.000 ausländische Kämpfer in Syrien und im Irak

Extremistische Milizen in Syrien und im Irak bekommen weiter großen Zulauf: Über 27.000 Anhänger kämpfen aktuell in diesen Kriegsgebieten. Die Zahl ist alarmierend – denn sie hat sich in 18 Monaten mehr als verdoppelt.

Einem Bericht zufolge kämpfen mindestens 27.000 ausländische Kämpfer an der Seite von extremistischen Milizen in Syrien und im Irak. dpa

Terrormiliz

Einem Bericht zufolge kämpfen mindestens 27.000 ausländische Kämpfer an der Seite von extremistischen Milizen in Syrien und im Irak.

HongkongDie Zahl ausländischer Kämpfer bei extremistischen Milizen in Syrien und im Irak hat sich einem Bericht zufolge seit dem vergangenen Jahr auf mindestens 27.000 mehr als verdoppelt. „Das Phänomen ausländischer Kämpfer im Irak und Syrien ist wirklich ein globales“, stellte das in den USA ansässige Sicherheits-Beratungsunternehmen Soufan Group in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht fest. Vor allem die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) habe zehntausende Menschen angezogen.

Die Versuche vieler Länder weltweit, sich gegen die Ausreise von Islamisten nach Syrien und in den Irak zu stemmen, haben demnach bisher wenig bewirkt. Dem Bericht zufolge kamen zwischen 27.000 und 31.000 ausländische Kämpfer aus 86 Ländern nach Syrien und in den Irak.

Bei einer ähnlichen Untersuchung vom Juni 2014 war von etwa 12.000 ausländischen Kämpfern in Syrien die Rede gewesen. Die meisten Unterstützer kamen demnach aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika mit jeweils 8000 Kämpfern. Etwa 5000 Anhänger kamen laut Soufan Group aus Europa, weitere 4700 aus den früheren Sowjet-Republiken.

Erfolge, Niederlagen und Terror des IS seit Ausrufung des „Kalifats“

IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ging aus einem Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak hervor. Ein Rückblick:

29. Juni 2014

Die sunnitischen Dschihadisten rufen in den von ihnen eroberten Gebieten in Syrien und im Irak ein „Kalifat“ aus. Erster „Kalif“ des neuen Gottesstaates sei Anführer Abu Bakr al-Bagdadi.

August 2014

8. August: Die USA fliegen erste Angriffe im Nordirak.

August: Die Enthauptung eines US-Journalisten schockt die Welt. In den folgenden Monaten verbreitet der IS im Internet weitere Videos mit der Ermordung zweier US-Bürger und zweier Briten.

19. September und Dezember 2014

19. September: Frankreich startet mit Hilfe arabischer Partnerländer erstmals Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien.

Dezember: Kurdische Soldaten beenden mit Hilfe internationaler Luftangriffe die Belagerung des Sindschar-Gebirges nahe der IS-Hochburg Mossul. Im August waren Zehntausende Angehörige der jesidischen Volksgruppe vor den Dschihadisten in die Berge geflohen.

Januar und Februar 2015

Januar 2015: Nach monatelangen Kämpfen vertreiben kurdische Kämpfer den IS aus der nordsyrischen Stadt Kobane an der türkischen Grenze.

Februar: Ein Video zeigt, wie ein gefangener jordanischer Pilot bei lebendigem Leib verbrannt wird. Zuvor hatte die Terrormiliz bereits die Tötung zweier japanischer Geiseln zur Schau gestellt.

März und April 2015

März: Irakische Kräfte erobern die strategisch wichtige Stadt Tikrit zurück, die die Extremisten im Juni 2014 besetzt hatten.

April: IS-Kämpfer dringen in Ramadi 100 Kilometer westlich von Bagdad ein. Tausende Iraker fliehen vor dem Terror Richtung Bagdad, dürfen die Hauptstadt aber nicht betreten.

Mai und Juli 2015

Mai: Die Terrormiliz bringt Ramadi vollständig unter ihre Kontrolle. Kurden erobern IS-Gebiete in Nordsyrien.

Juni: Der IS verbreitet ein schockierendes Video über neue Hinrichtungsmethoden.

24. Juli und 6. August 2015

24. Juli: Nach einem dem IS zugeschriebenen Anschlag im türkischen Suruc fliegen türkische Kampfjets erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Zudem öffnet Ankara wenig später den südtürkischen Nato-Stützpunkt Incirlik für US-Luftschläge gegen den IS.

6. August: Einer US-Bilanz zufolge hat das internationale Anti-Teror-Bündnis in einem Jahr mehr als 5900 Luftschläge gegen den IS im Irak und in Syrien geflogen. Außerdem sollen 10 000 IS-Kämpfer bei Angriffen getötet worden sein.

18. und 23. August 2015

18. August: Der IS enthauptet den früheren Chef-Archäologen der irakischen Oasenstadt Palmyra. Nach US-Angaben stirbt die Nummer zwei der Terrormiliz, Hadschi Mutas, bei einem Luftangriff im Irak.

23. August: Der IS sprengt den rund 2000 Jahre alten Tempel Baal Schamin in Palmyra. Einige Tage später zerstören die Extremisten auch den Baaltempel.

September 2015

Eine weitere Koalition bildet sich.  Russland bestätigt erstmals die Präsenz von Militärexperten in Syrien. Vorher waren Bilder russischer Soldaten in Syrien in den sozialen Netzwerken aufgetaucht. Russland und Iran unterstützen Syrien im Kampf gegen den IS, aber auch gegen andere Oppositionsgruppen.

November 2015

Nach den Anschlägen von Paris vom 13. November mit mindestens 129 Toten fliegt die französische Luftwaffe verstärkt Angriffe auf die Stadt Al-Raqqa, das inoffizielle Zentrum des vom IS kontrollierten Gebiet im Irak und Syrien. Frankreich fliegt bereits seit September 2014 Luftangriffe auf IS-Stellungen.

Die Sicherheitsfirma fügte hinzu, dass zwischen 20 und 30 Prozent der ausländischen Kämpfer in ihre Heimatländer zurückkehrten. Dies sei eine große Herausforderung für die Sicherheitsbehörden, da die IS-Miliz mehr Anschläge außerhalb Syriens und des Iraks verüben wolle. Laut Soufan Group dürfte sich durch diese neue Zielrichtung der IS-Organisation auch das Profil derjenigen verändern, die sie im Ausland zu rekrutieren versucht. Die IS-Organisation hatte sich zu den Anschlägen von Paris im November bekannt, bei denen 130 Menschen getötet wurden.

Von

afp

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