Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2014

16:31 Uhr

Islamischer Staat (IS)

Terrorgruppe nimmt weitere Stadt in Syrien ein

Dank der Waffen aus dem Irak wird die Terrormiliz Islamischer Staat auch in Syrien immer stärker. Sie nimmt große Teile der strategisch wichtigen Stadt Dair as-Saur ein und drängt die Kurden an der Grenze zur Türkei zurück.

In den syrischen Städten schlagen immer wieder Bomben ein. Reuters

In den syrischen Städten schlagen immer wieder Bomben ein.

Dair as-SaurNach dem Vormarsch im Irak festigt die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) auch in Syrien ihre Stellung. Wie die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mitteilte, nahmen die Dschihadisten große Teile der strategisch wichtigen Stadt Dair as-Saur ein. Sie liegt in Ostsyrien auf der Route zwischen der IS-Hochburg Al-Rakka und der von den sunnitischen Extremisten in weiten Teilen eroberten westirakischen Provinz Al-Anbar.

Den Angaben nach übernahmen die Dschihadisten in mehreren Vierteln von Dair as-Saur die Kontrolle, nachdem sich andere islamistische Gruppen wie die Al-Nusra-Front zurückgezogen haben. Damit habe die Terrorgruppe nun rund 95 Prozent der gleichnamigen ölreichen Provinz Dair as-Saur erobert. Anfang des Monats hatte sie dort bereits das wichtige Ölfeld Al-Omar kampflos von der Al-Nusra-Front übernommen. Die Terrorgruppe kontrolliert in Syrien mittlerweile ein Gebiet, das fünfmal so groß ist wie der Nachbarstaat Libanon.

Isis - Radikale Kämpfer für den Gottesstaat

Entstehung

Isis wurde 2003 von dem Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi unter dem Namen "Al-Kaida im Irak" gegründet. Die US-Streitkräfte töteten Sarkawi im Sommer 2006 mit einem gezielten Luftangriff. Der neue Anführer Abu Bakr al-Baghdadi gab der Bewegung im April 2013 ihren arabischen Namen, der im Westen unterschiedlich abgekürzt wird: Gebräuchlich sind auch Isil (das L steht hier für die Levante, die große Teile des Nahen Ostens umfasst) oder Isig (das G steht für Großsyrien). In der Region ist die Gruppe unter der arabischen Abkürzung Daesch bekannt.

Verhältnis zu Al-Kaida

Al-Baghdadi liegt mit der ursprünglichen Al-Kaida, die von Aiman al-Sawahiri von Pakistan aus gesteuert wird, im Clinch. Beharrlich ignoriert er deren Forderung, den Schwerpunkt seiner Aktivitäten auf den Irak zu legen. Anfang des Jahres kappte Al-Kaida offiziell die Verbindungen zu Isis, die mittlerweile als militanteste Islamistengruppe in Syrien gilt. Sie ist noch radikaler als Al-Kaida.

Mannstärke

Derzeit kämpft Isis an mehreren Fronten - gegen rivalisierende Rebellen in Syrien, die dortige Führung und gegen die irakische Armee. Die Gruppe soll Sicherheitskreisen zufolge über mehr als 10.000 Kämpfer verfügen. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft verübt Isis Attentate und Selbstmordanschläge in Syrien und ist für Erschießungen und Geiselnahmen verantwortlich. Die Gruppe gehe auch gegen Zivilisten und Angehörige von Hilfsorganisationen vor.

Anschläge

Im Irak verübte Isis 2013 laut dem Verfassungsschutzbericht Anschläge gegen Regierungseinrichtungen, Polizeiwachen und religiöse Feiern der schiitischen Bevölkerung. Außerdem befreite die Gruppe bei einem Angriff mit Granatwerfern, Autobomben und Selbstmordattentätern rund 500 Gefangene aus den irakischen Gefängnissen Abu Ghraib und Tadschi. Die Regierungstruppen konnten die Lage erst mit dem Einsatz von Kampfjets unter Kontrolle bringen. Isis bildet laut Verfassungsschutzbericht auch gezielt Kinder für den Kampf im syrischen Bürgerkrieg aus.

Die Bundesanwaltschaft erhob Ende Mai Anklage gegen drei mutmaßliche Isis-Anhänger, die in Deutschland Ausrüstung und Geld für die Organisation beschafft haben sollen.

Ziel

Ziel von Isis ist die Schaffung eines islamischen Gottesstaates, der über den Irak bis nach Syrien reicht. Er soll das historische Großsyrien umfassen, auf Arabisch wird diese Region als "al-Scham" bezeichnet. Die sunnitische Organisation kämpft daher nicht nur im Irak gegen die von Schiiten geführte Regierung, sondern auch in Syrien gegen Präsident Baschar al-Assad, der den Alawiten angehört. Sie stehen den Schiiten nahe. In Syrien stellen die Sunniten die Mehrheit der Bevölkerung, im Irak die Minderheit. Bis zum Sturz Saddam Husseins waren die Sunniten jedoch im Irak an der Macht.

Einige Teile von Dair as-Saur werden noch von Truppen der syrischen Regierung kontrolliert, darunter ein Militärflughafen im Süden der Stadt. Die Regierungseinheiten hätten nach dem IS-Vormarsch ihre Kontrollpunkte verstärkt und neue errichtet, berichtete die syrische Beobachtungsstelle.

IS-Kämpfer liefern sich derweil an der türkisch-syrischen Grenze auch mit den Kurden immer heftigere Kämpfe. Nach Worten des Leiters der Menschenrechtsbeobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, haben sich die Machtverhältnisse inzwischen zugunsten der islamischen Extremisten verändert. Grund seien die zahlreichen Waffen, die die Dschihadisten im Irak erobern konnten.

Verluste musste derweil die Schiitenmiliz Hisbollah in Al-Kalamun an der Grenze zum Libanon hinnehmen. Nach Angaben von Aktivisten kamen bei Gefechten gegen syrische Rebellen mindestens sieben Hisbollah-Kämpfer ums Leben, 31 weitere wurden verletzt. Die libanesische Hisbollah kämpft an der Seite der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad gegen die Rebellen. Der Konflikt in Syrien hat Schätzungen zufolge seit seinem Beginn im März 2011 mehr als 170.000 Menschen das Leben gekostet.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

... bürste

14.07.2014, 20:18 Uhr

Informationen aus der *Freie Welt* sind rar gesät.

... friedliebenden Gesellschaften, reiche Länder mit ihren
Bürgern wurden von diesen US T E R R O R Imperialisten
mit ihren kriegshetzenden EUR-ZONEn Vasallen niedergemetzelt, zerstört, ausgelöscht.

(...)

Präsidenten, die Politische Führung von Ländern die es gewagt hatten, der Banker-Mafia aus IWF, Weltbank, Fed, EZB, …,
zu widersprechen -
die sich mit ihren Völkern nicht in die ZinsesZins Sklaverei
der Banker-Mafia (wie ins „gelobte Land“)
aus "US Washington D.C. & Angelsachsen" zwingen lassen wollten.

- Irak
war bis 1991 auf westlichen Niveau, Frauen konnten sich kleiden wie
sie wollten, die Religion dominierte nicht das Leben.

- Libyen
angebliche „Diktatur“ eines Muammar al Gaddafi in Libyen,
dem reichsten und fortschrittlichsten Land Afrikas
und *OHNE* IWF- und Weltbank-Kredite
dort wurde den Menschen,
- kostenlose Wohnungen,
- kostenlos Strom u. Wasser,
- kostenloses freies Bildungssystem und
- kostenloses Gesundheitssystem „diktatorisch aufgezwungen“!
„Islamismus nach Nato-Bomben: Libyen führt die Scharia ein“

- Syrien
ein weiteres Land, allesamt Wiege der Menschheit,
das von dieser
"US Hollywood Demokratie" = die Linksfaschistische Mafia
ist „US Demokratie" den Menschen (Glotzern)
verkaufen/aufzwingen will, mit ganz viel bunten Bilder
aus der Glotze Welt "Brot & Spiele".
WIR zeigen DIR das DU wissen sollst & darfst

** Linksfaschismus der "US Hollywood Demokratie" ist Mafia! **

aber die Terroristen sind nicht Übermächtig wie man sieht:
hier:
(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×