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05.01.2015

13:45 Uhr

Islamischer Staat

Offenbar erstmals Anschlag auf Saudi-Arabien

Nach Kämpfen in Syrien und im Irak hat die Terrormiliz IS nun wohl auch Saudi-Arabien angegriffen, bei einem Anschlag starben zwei Soldaten. Wegen dessen Beziehungen zum Westen sieht die Miliz Saudi-Arabien als Verräter.

Peshmerga-Kämpfer feuern in Richtung von IS-Stützpunkten. Bisher kämpfte die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien, nun wohl auch in Saudi-Arabien. dpa

Peshmerga-Kämpfer feuern in Richtung von IS-Stützpunkten. Bisher kämpfte die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien, nun wohl auch in Saudi-Arabien.

RiadDie im Irak und in Syrien kämpfende Miliz Islamischer Staat (IS) hat möglicherweise erstmals einen Anschlag auf Saudi-Arabien verübt. Bei einem Schusswechsel und einem Selbstmordattentat in der Nähe eines streng überwachten Grenzübergangs zum Irak wurden am Montag zwei saudiarabische Soldaten getötet.

Für den Angriff übernahm zunächst niemand die Verantwortung, das Innenministerium in Riad bezeichnete die Angreifer als „terroristische Elemente“. Der irakische Sicherheitsexperte Mustafa Alani sprach hingegen davon, dass der Islamische Staat nun erstmals Saudi-Arabien selbst angegriffen habe. Das Selbstmordattentat deute auf eine IS-Urheberschaft hin.

Die Gruppe sende damit eine Botschaft an das Königreich nach dessen Beitritt zu der von den USA geführten internationalen Anti-IS-Allianz, sagte der Experte, der über enge Verbindungen zum saudiarabischen Innenministerium verfügt.

Die Grenzpatrouille war nach Angaben des Ministeriums in den frühen Morgenstunden unter Beschuss geraten. Als die Sicherheitskräfte einen der Angreifer festnahmen, habe dieser einen Sprengsatz an seinem Gürtel gezündet. Einer der zwei getöteten Grenzsoldaten sei ein hochrangiger Offizier gewesen. Zudem seien ein dritter Posten verletzt und außer dem Selbstmordattentäter auch ein zweiter Angreifer getötet worden.

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Gezielt Anschläge an der saudiarabisch-irakischen Grenze sind eher selten. Der Angriff wurde in der Nähe des Grenzpostens Suweif verübt. Dieser wird nur während der jährlichen islamischen Pilgerfahrt Haddsch ins saudiarabische Mekka geöffnet. Nach der Machtübernahme der Sunnitenmiliz IS in Teilen des Irak hat Saudi-Arabien im Juli Tausende Soldaten zur Unterstützung der Posten an der Grenze zum Irak abkommandiert.

Saudi-Arabien tritt zwar für die Anliegen der Sunniten ein. Doch der IS betrachtet das Königreich wegen der Beziehungen zum Westen als Verräter. Saudi-Arabien wiederum lehnt die Ideologie der Islamisten ab und beteiligt sich an von den USA geführten Luftangriffen gegen IS-Ziele in Syrien. Dort haben die extremistischen Sunniten wie im Irak große Gebiete erobert.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Holger Klekar

05.01.2015, 17:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Holger Klekar

05.01.2015, 17:29 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

05.01.2015, 18:09 Uhr

Wenn sich die nach persönlicher Bereicherung strebenden Sunniten- oder weitere Milizen in die Quere kommen, wird es mitleidlos.

Wenn es ums Geld für die privaten Kassen und die der Familie geht, kennt man kein Erbarmen.

So ähnlich könnten selbst ein paar Rockefellers einmal begonnen haben. Öl war stets vor allem eine ergiebige Geldquelle.
Allerdings haben sich im nahen Osten die Methoden nun wieder deutlich radikalisiert.

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