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07.09.2015

14:01 Uhr

Islamisten im Irak

IS hat wohl Senfgas gegen Kurden eingesetzt

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat nach Angaben des Bundesnachrichtendienstes offenbar Senfgas gegen Kurden im Nordirak eingesetzt. Noch ist nicht klar, ob der IS das Giftgas selbst produziert hat.

Es gibt Erkenntnisse darüber, dass die Terrormiliz Islamischer Staat Senfgas gegen Kurden im Nordirak eingesetzt hat. dpa

Kampfgebiet im Nordirak

Es gibt Erkenntnisse darüber, dass die Terrormiliz Islamischer Staat Senfgas gegen Kurden im Nordirak eingesetzt hat.

BerlinDer Bundesnachrichtendienst hat nach Angaben seines Chefs Gerhard Schindler Erkenntnisse darüber, dass die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak Senfgas gegen Kurden eingesetzt hat.

„Es stammt entweder aus alten Beständen von Saddam Hussein oder die Islamisten haben es geschafft, nach der Einnahme der Universität von Mossul mit den dort vorhandenen Chemie-Laboren selbst Giftgas zu produzieren“, sagte Schindler „Bild“ laut Vorabbericht (Montagausgabe).

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Der IS hat im Irak und in Syrien große Landesteile unter seine Kontrolle gebracht.

Von

rtr

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