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31.01.2016

17:26 Uhr

Islamistenmiliz

Boko Haram tötet 65 Menschen in Nigeria

Nigeria wird seit längerem von Anschlägen der Islamistenmiliz Boko Haram erschüttert. Bei einem neuerlichen Attentat wurden 65 Menschen getötet. Vor allem eine Region steht im Fadenkreuz der Extremisten.

Das Dorf Dalori in der Nähe von Maiduguri, Nigeria: Boko Haram terrorisiert die Region schon seit längerem. ap

Attentat

Das Dorf Dalori in der Nähe von Maiduguri, Nigeria: Boko Haram terrorisiert die Region schon seit längerem.

MaiduguriBei einem Angriff der Islamistenmiliz Boko Haram in Nigeria sind nach Angaben von Behörden und Augenzeugen zahlreiche Menschen getötet worden. Nach Armeeangaben vom Sonntag griffen mit Schusswaffen und Sprengstoff bewaffnete Boko-Haram-Kämpfer am Samstagabend das Dorf Dalori im Nordosten des Landes an und brannten es nieder. Nach Augenzeugenberichten wurden laut der Nachrichtenagentur AFP mindestens 50 Menschen bei dem Angriff getötet. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters spricht von mindestens 65 Toten, der die Toten in der Leichenhalle eines Krankenhauses sah.

Erst Ende Dezember wurden bei der Explosion einer Bombe in einer Moschee in der im Nordosten gelegenen Stadt rund 20 Menschen getötet und 90 verletzt. Die Region wird seit längerem von Anschlägen von Boko Haram erschüttert. Die Miliz kämpft in Nigeria für einen Staat mit streng islamischen Regeln. Die Extremisten verüben seit dem vergangenen Jahr auch verstärkt Anschläge in Kamerun, dem Tschad und Niger.

Im Tschad wurden derweil am Sonntag nach Behördenangaben bei zwei Selbstmordanschlägen am Sonntag mindestens drei Menschen getötet und 56 weitere verletzt. Nach Angaben der Sicherheitskräfte sprengte sich in dem Ort Guié nahe dem Tschad-See ein Attentäter in die Luft und riss einen Menschen mit in den Tod. Bei einem zweiten Selbstmordananschlag in dem Dorf Miterine wurden demnach zwei Menschen getötet.

Der Tschadsee liegt zwischen dem Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun. Das Gebiet mit seinen dicht bewachsenen Ufergebieten ist ein Rückzugsraum für die Kämpfer der Islamistenorganisation Boko Haram, die im Norden Nigerias einen islamistischen Staat errichten will. Mehrere Länder der Region, darunter der Tschad, haben sich zu einer Koalition gegen die Islamisten zusammengeschlossen.

Die Extremisten haben schon seit längerer Zeit ihre Angriffe über Nigeria hinaus auch auf die Nachbarländer ausgedehnt. Boko Haram hatte im vergangenen März der im Irak und Syrien kämpfenden Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) den Treueschwur geleistet.

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