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07.06.2014

01:41 Uhr

Islamistische Miliz

Somalier verhungern in belagerten Dörfern

Aus Mogadischu wurde die Al-Shabaab-Miliz 2011 vertrieben, doch im Süden Somalias kontrolliert sie viele Dörfer. Wo die Armee die Oberhand gewinnt, blockiert Al-Shabaab Lebensmittellieferungen. Nun gab es Hungertote.

Bewohner des somalischen Orts Hudur zwei Monate nach der Befreiung von der Al-Shabaab-Miliz Anfang Mai. Die Blockade von Liefer-Routen nach Hudur hat bereits zu diesem Zeitpunkt zu Lebensmittelknappheit geführt. (Foto: AFP Photo / AU-UN IST / Tobin Jones) AFP

Bewohner des somalischen Orts Hudur zwei Monate nach der Befreiung von der Al-Shabaab-Miliz Anfang Mai. Die Blockade von Liefer-Routen nach Hudur hat bereits zu diesem Zeitpunkt zu Lebensmittelknappheit geführt. (Foto: AFP Photo / AU-UN IST / Tobin Jones)

MogadischuIm Süden Somalias haben islamische Extremisten mehrere Dörfer unter Kontrolle von Soldaten der Afrikanischen Union belagert und Lebensmittellieferungen blockiert. Erste Bewohner seien bereits verhungert, berichteten Behördenvertreter und Augenzeugen am Freitag. Hilfsorganisationen warnen unterdessen davor, dass auf das ostafrikanische Land im Verlauf des Jahres Massenhunger zukommen könne.

Die Soldaten der Afrikanischen Union kämpfen in Somalia gegen die militante Al-Shabaab-Miliz, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung steht. 2011 wurden die Extremisten aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben, sie kontrollieren aber immer noch große Gebiete im Süden des Landes.

Aus verschiedenen Dörfern wurden die Kämpfer bereits zurückgedrängt, doch als Konsequenz blockierten sie die Hilfslieferungen. Valerie Amos, die Nothilfekoordinatorin der UN, sagte, die Blockade der Extremisten treibe die Lebensmittelpreise in die Höhe.

Amos warb kürzlich um mehr finanzielle Unterstützung für das Land. Die UN benötigen in den kommenden drei Monaten 60 Millionen Dollar (44 Millionen Euro), um Somalias „Zurückgleiten in eine schwere humanitäre Krise“ zu verhindern, sagte sie. 2011 traf Somalia eine Hungersnot, geschätzte 260.000 Menschen starben.

Das ostafrikanische Land versucht nach jahrzehntelangem Chaos und Bürgerkrieg, wieder staatliche Strukturen aufzubauen.

Von

ap

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