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16.04.2014

07:12 Uhr

Islamistischer Terror

Nigeria kommt nicht zur Ruhe

Nigeria verarbeitet noch das Blutbad von Abuja, da gibt es bereits eine neue Hiobsbotschaft: Unbekannte verschleppen zahlreiche Schülerinnen. Alle Hinweise führen wieder einmal zu Mitgliedern der Sekte „Boko Haram“.

Einwohner der nord-nigerianischen Stadt Abuja: Die Gewalt durch die radikal islamische Sekte „ Boko Haram“ nimmt kein Ende. ap

Einwohner der nord-nigerianischen Stadt Abuja: Die Gewalt durch die radikal islamische Sekte „ Boko Haram“ nimmt kein Ende.

AbujaEine Reihe von Terroranschlägen erschüttert das westafrikanische Nigeria: Nach dem verheerenden Bombenanschlag auf einen Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja haben bewaffnete Männer in der Nacht zum Dienstag im nördlichen Bundesstaat Borno eine Schule angegriffen und mehr als 100 Schülerinnen verschleppt. Nach Angaben des Polizeichefs von Borno, Lawan Tanko, wurden 103 der 250 Schülerinnen auf Lastwagen weggeschafft. Vielen weiteren gelang es offenbar, noch abzuspringen und zu fliehen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram für beide Angriffe verantwortlich ist. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die jüngsten Gewalttaten.

„Ich bin besorgt über die zunehmende Häufigkeit und die Ausbreitung terroristischer Anschläge“, teilte Ashton am Dienstagabend in Brüssel mit. Sie drückte den Familien der Opfer ihr Beileid aus und forderte, die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat einrichten. Seit 2009 verübt sie dort immer wieder schwere Anschläge, vor allem auf Kirchen und Polizeieinrichtungen. Aber auch in Abuja hatte die Gruppe schon mehrere Male zugeschlagen. Ihr Name bedeutet etwa „westliche Bildung ist verboten“.

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Den Berichten zufolge überfielen die Täter die Schule in dem Ort Chibok am Montagabend gegen 21 Uhr. Sie hätten einen Soldaten erschossen, der das Gebäude bewachte. Zeugen berichteten, der Überfall habe insgesamt sechs Stunden gedauert und sei erst mitten in der Nacht zu Ende gegangen. Ein Blogger schrieb, die Bewaffneten hätten auch das Hab und Gut mehrerer Bewohner zerstört, die Widerstand geleistet hätten. Ob es dabei Verletzte oder gar Tote gegeben hat, war zunächst unklar. In anderen Berichten hieß es, die Täter hätten das ganze Dorf dem Erdboden gleichgemacht.
Die genaue Zahl der Opfer des Anschlags in Abuja ist indes weiter unklar. Das Attentat vom Montag gilt aber bereits jetzt als die tödlichste Attacke, die die westafrikanische Metropole je erlebt hat. Während die Behörden am Dienstag noch immer von 71 Toten sprachen, ergaben Umfragen in umliegenden Krankenhäusern, dass bei dem Attentat vermutlich mehr als 200 Menschen starben. Das Land steht unter Schock. Die Sicherheitsstufe in Abuja blieb weiter auf „Rot“.
Die Zeitung „Punch“ sprach von mindestens 257 Verletzten. Die Regierung rief zu Blutspenden auf. Auch am Dienstag lagen auf dem Platz noch zahlreiche Kleidungsstücke, Schuhe und Taschen der Toten. Auch Blut und kleinere Leichenteile blieben zurück.
Überlebende erzählten örtlichen Medien ihre Version des Tathergangs. Den meisten Berichten zufolge soll sich um vier Täter gehandelt haben, die in einem Kleinwagen auf den Platz fuhren. Beim Versuch, das Auto noch rechtzeitig vor der Detonation zu verlassen, seien sie selbst in Stücke gerissen worden. Offenbar hat keiner der Attentäter überlebt - eine Bestätigung für diese Angaben gab es jedoch nicht.
Parlamentssprecher Aminu Tambuwal bezeichnete den Anschlag als „feige und barbarisch“. Viele Straßen wurden von Polizisten überwacht und Fahrzeuge überprüft. Obwohl sich noch niemand zu der Tat bekannt hat, machte die Regierung die radikalislamische Sekte Boko Haram dafür verantwortlich. Präsident Goodluck Jonathan betonte, seine Regierung werde alles tun, um die Gruppe zu besiegen. Jedoch wirkt der Staatschef schon lange machtlos in seinem Kampf gegen die Extremisten. Kritiker monierten, die Regierung müsse stärker durchgreifen, um weitere Bluttaten zu verhindern.

Von

dpa

Kommentare (3)

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16.04.2014, 10:03 Uhr

Wieder der Islam!! Wieder kein Aufschrei unserer Politiker! Wieder unterstützen unsere christlichen Politiker dies. Die Ausführungen der Taten sind so schlecht, dass Hr. Gauck hier Schulen für den Islam will. Es sollen keine "200" Schülerinnen mehr sein, sondern, so Hr. Gauck, kann man vermuten, es müssen min. 1000 werden. Wieso wird der menschenfeindliche Islam so in Deutschland gefördert. Haben wir aus dem 3. Reich nichts gelernt??

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16.04.2014, 10:43 Uhr

Bei Nachrichten über Spielarten des Islams ist man inzwischen so abgestumpft, dass man gar keine Lust mehr hat, es zu kommentieren.

Immerhin löblich, dass das Handelsblatt hierzu noch Kommentare zulässt, bei vielen anderen Blättern ist die Kommentierung bei Islambezogenen Themen entweder gleich gesperrt, oder es wird zensiert.

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16.04.2014, 12:32 Uhr

Ich muss Ihnen leider zustimmen: In Deutscbnland haben die Medien sich selbst ein Verbot der Kritik am Islam auf erlegt oder in den Zensurabt. sind nur noch Islamisten! Vielleicht haben dies auch unsere Politiker befohlen: Kritik am Islam ist verboten. der Islam muss gefördert, unterstützt werden. Besonders christliche Politiker sind hier federführend: Wulff und Gauck um einige Namen zu nennen.

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