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07.01.2010

17:26 Uhr

Island-Krise

Reykjavik telefoniert Krediten hinterher

Die Isländer bekommen kalte Füße: Nachdem die Insulaner bereits Briten und Niederländer mit ihrem plötzlichen Meinungswechsel verprellt haben, versucht Finanzminister Sigfusson die Kredite der skandinavischen Nachbarn zu sichern. Ohne die 1,8 Milliarden Euro wird es eng für den klammen Staat.

Petitionsübergabe in der Dämmerung: Isländern steht das Wasser bis zum Hals. Reuters

Petitionsübergabe in der Dämmerung: Isländern steht das Wasser bis zum Hals.

HB STOCKHOLM/REYKJAVIK. Island hat an die skandinavischen Länder appelliert, trotz des Streits um die Entschädigung von Sparern an ihren Kreditzusagen festzuhalten. Finanzminister Steingrimur Sigfusson habe darüber mit seinem schwedischen Kollegen telefoniert, sagte sein Sprecher am Donnerstag. In den kommenden beiden Tagen seien Gespräche in Norwegen und Dänemark geplant. Island ist zur Stabilisierung seiner Wirtschaft auf internationale Finanzhilfen angewiesen. Die skandinavischen Länder haben 1,8 Milliarden Euro zugesagt.

Weitere Hilfen dürften vom Ausgang des Streits über ein Gesetz zur Rückzahlung verlorener Sparguthaben an Großbritannien und die Niederlande abhängig gemacht werden. Das Gesetz gilt als entscheidender Schritt auf dem Weg des finanziell schwer angeschlagenen Landes, das internationale Vertrauen in seine Wirtschaft wiederherzustellen.

Islands Präsident Olafur Grimsson hatte am Dienstag sein Veto gegen das in der Bevölkerung umstrittene „Icesave“-Gesetz eingelegt. Nach isländischem Recht muss nun in einem Referendum über den Gesetzentwurf entschieden werden.

Großbritannien hat unterdessen nach isländischen Angaben versichert, das Präsidenten-Veto werde die Bemühungen der Insel um einen Beitritt zur EU nicht torpedieren. Außenminister Ossur Skarphedinsson erklärte, dies sei das Ergebnis eines Telefonats mit seinem britischen Kollegen David Miliband.

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