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12.09.2012

04:29 Uhr

Israel

Obama telefoniert eine Stunde mit Netanjahu

Neuer Tiefpunkt im israelisch-amerikanischen Verhältnis? Das Weiße Haus beschwichtigt. US-Präsident Barack Obama hat mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert.

Barack Obama und Benjamin Netanjahu. Reuters

Barack Obama und Benjamin Netanjahu.

WashingtonNach Spekulationen über eine deutliche Verhärtung im amerikanisch-israelischen Verhältnis hat US-Präsident Barack Obama am Dienstagabend (Ortszeit) eine Stunde lang mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert. Vorausgegangen waren Berichte aus Israel, nach denen sich Netanjahu Ende September am Rande der UN-Generalversammlung mit Obama treffen wollte, das Weiße Haus aber mit Hinweis auf Terminprobleme abgelehnt habe.

Dies wiederum hatte Mutmaßungen ausgelöst, dass ein jüngster Schlagabtausch über rote Linien im Atomstreit mit dem Iran Obama verprellt und zur diplomatischen Ohrfeige für Netanjahu veranlasst habe.

Das Weiße Haus teilte nun nach dem Telefonat zwischen Obama und Netanjahu mit, es habe entgegen Medienberichten weder ein Ersuchen um ein Treffen mit dem US-Präsidenten gegeben noch sei ein Ersuchen jemals abgelehnt worden. Zugleich hieß es, das Telefonat sei im Rahmen andauernder Konsultationen erfolgt.

Die beiden Spitzenpolitiker hätten über die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm, die enge amerikanisch-israelische Zusammenarbeit in dieser Frage und über andere sicherheitspolitische Themen gesprochen. Obama und Netanjahu hätten bekräftigt, dass sie sich einig in ihrer Entschlossenheit seien, einen iranischen Atomwaffenbesitz zu verhindern. Sie stimmten darin überein, ihre engen Konsultationen fortzusetzen.

Bereits zuvor hatte ein Sprecher des Weißen Hauses, Thomas Vietor, erklärt, dass Obama am 24. September, einem Montag, in New York eintreffe und am Dienstag wieder abreisen werde. Netanjahu komme aber erst später in der Woche nach New York. „Sie sind schlicht nicht zur selben Zeit in der Stadt“, so der Sprecher. Aber beide Politiker hätten häufig Kontakt miteinander, und Netanjahu werde sich während seines Besuches mit anderen hohen Regierungsbeamten treffen, darunter Außenministerin Hillary Clinton.

Clinton hatte kürzlich Forderungen nach einer roten Linie abgelehnt und „Verhandlungen als den weitaus besten Ansatz“ bezeichnet, den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. Darauf reagierte Netanjahu mit Empörung. „Jene in der internationalen Gemeinschaft, die sich weigern, dem Iran rote Linien zu ziehen, haben kein moralisches Recht, Israel rotes Licht (für einen Angriff auf den Iran) zu zeigen“, sagte er.

Von

dpa

Kommentare (3)

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AnonimX

12.09.2012, 06:44 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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Account gelöscht!

12.09.2012, 15:50 Uhr

Israels Soldaten warten auf einen Befehl Herr Netanjahu , und jeder befehl wird ausgeführt .... Jeder !!!!

Account gelöscht!

12.09.2012, 15:55 Uhr

Hundert Reserveoffiziere der israelischen Armee haben einen offenen Brief an die Regierung geschrieben, in dem sie deutlich machen, dass sie alle Befehle ausführen werden, auch wenn es um einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen geht.
Der Brief der Offiziere kam als Antwort auf einen Brief von 400 Akademikern, die Piloten der israelischen Luftwaffe aufgefordert hatten, Befehle bezüglich eines Angriffs auf den Iran zu missachten.
Einige Ausschnitte aus dem Brief der Offiziere an Ministerpräsident Netanjahu:
„Wir, 100 IDF-Reserveoffiziere der Luftwaffe, der Marine und der Infanterie, geben hiermit bekannt, dass wir jeden Befehl und jede Mission des Militärs oder der Regierung ausführen werden.
Es ist eigentlich selbstverständlich, dass unsere Teilnahme am Militärdienst ein Ausdruck unseres Vertrauens in das System ist. Es scheint uns jedoch, dass heutzutage sogar das Offensichtliche gesagt werden muss.
Wir haben uns entschlossen, diesen Brief zu schreiben, nachdem eine Initiative Israels Piloten aufgefordert hat, Befehle ihrer Vorgesetzten zu missachten. Weiterhin wollen wir der Regierung und der Bevölkerung deutlich machen, dass die Reservisten der israelischen Armee immer noch eine Stütze der israelischen Nation sind.
Wir stellen uns gegen jeglichen Aufruf, Befehle zu missachten und die Solidarität sowie die soziale und nationale Verantwortung zu untergraben, auf der die israelische Armee und ihre Reserveeinheiten aufgebaut sind.“

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