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11.01.2005

11:02 Uhr

Israel schlägt Schmusekurs ein

Scharon will Abbas Zusammenarbeit anbieten

Nach Medienberichten will Israel als Geste an den neuen Präsidenten Mahmud Abbas einen Abzug aus einigen palästinensischen Städten und die Übergabe der Sicherheitskontrolle anbieten.

HB TEL AVIV. Israelische Zeitungen berichteten am Dienstag, Bedingung sei die Bereitschaft von Abbas, entschlossen gegen militante Palästinenser vorzugehen. In diesem Fall wolle Israel palästinensischen Polizisten auch das Tragen von Waffen in den Städten erlauben. Der erste Rückzug sei aus Ramallah im Westjordanland vorgesehen.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon will Medienberichten zufolge am Dienstag den frischgewählten Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas sogar anrufen und ihm enge Zusammenarbeit anbieten.

„Ich will heute mit Mahmud Abbas zu sprechen, um ihm Glück zu wünschen und den Wunsch nach stärker Zusammenarbeit zwischen Israel und den Palästinensern zu äußern“, sagte Scharon seinem Kabinett einem Bericht von Radio Israel zufolge. „Ich glaube, es wird bald ein Treffen zwischen mir und Abu Masen geben.“

Den im November verstorbenen Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat hat Israel lange Zeit boykottiert und beschuldigt, der Gewalt im Nahen Osten Vorschub zu leisten. Abbas galt schon vor der Wahl als Wunschkandidat Israels und der USA und als Hoffnungsträger für einen neuen Friedensprozess im Nahen Osten.

Die israelische Zeitung „Jediot Achronot“ berichtete, Israel erwäge zudem die Freilassung von palästinensischen Häftlingen, um Abbas zu stärken. Ein erstes Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und Abbas solle vermutlich bereits in der kommenden Woche stattfinden. Scharon werde dabei von Abbas die Zügelung militanter Palästinenser fordern, die Israel vom Gazastreifen aus mit Kleinraketen beschießen. Am Tag nach dem Wahlsieg von Abbas schlugen am Dienstag in der Grenzstadt Sderot erneut drei Kassam-Raketen ein und richteten dort Sachschaden an.

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