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23.11.2016

01:45 Uhr

Israel streitet über Gesetz

Wenn der Muezzin zu laut ruft

Fünf Mal am Tag werden die Muslime in Israel über Lautsprecher zum Gebet gerufen. Ein Gesetz soll dem Muezzin-Ruf einen Schalldämpfer verpassen. Doch ausgerechnet ultraorthodoxe Juden wehren sich gegen die Vorlage.

Fünfmal am Tag erinnern die Lautsprecher an die regelmäßigen Gebete. Viele Einwohner empfinden sie allerdings als Lärmbelästigung.

Minarett in Jerusalem

Fünfmal am Tag erinnern die Lautsprecher an die regelmäßigen Gebete. Viele Einwohner empfinden sie allerdings als Lärmbelästigung.

JerusalemDer erste Gebetsruf des Tages ertönt um fünf Uhr morgens. Damit ist für alle, die in der Umgebung einer Moschee wohnen, die Nachtruhe beendet. Nun hat ein Ministerausschuss in Israel ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Lautsprecher faktisch verbieten soll. Der prominenteste Unterstützer des sogenannten „Muezzin-Gesetzes“ ist Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

„Ich kann nicht mehr zählen, wie oft sich Bürger aus allen Teilen der israelischen Gesellschaft, aller Religionen, bei mir über den Lärm beschwert haben“, sagte Netanjahu in dieser Woche im Kabinett. Israel sei ein Land, das die Religionsfreiheit respektiere. „Israel ist aber auch verpflichtet, diejenigen zu schützen, die unter den übermäßig lauten Rufen leiden“, erklärte der Regierungschef.

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Palästinenser und Angehörige der arabischen Minderheit sehen in der Initiative hingegen einen Affront der als zunehmend feindselig empfundenen israelischen Gesellschaft. „Der Gebetsruf ist älter als die Rassisten“, sagt Ayman Odeh, Vorsitzender einer gemeinsamen Liste arabischer Parteien im Parlament. „Der Gebetsruf wird die Rassisten überdauern.“

Auch wenn der Initiator des Gesetzes, Abgeordneter einer nationalistisch-jüdischen Partei, mit seinem Vorschlag die Moschee-Lautsprecher im Visier hatte, ist die Vorlage in diesem Punkt weniger konkret. Vorgesehen ist demnach eine Lautstärken-Obergrenze für Verstärkeranlagen auf Gotteshäusern.

So haben nun ausgerechnet diejenigen Vorbehalte gegen das Gesetz, von denen man eigentlich einhelligen Beifall erwartet hätte. Eine für Mittwoch geplante Abstimmung scheiterte am Widerstand ultraorthodoxer jüdischer Parlamentarier. Sie befürchten, das Gesetz könne dazu führen, dass die Sirenen verboten werden, die den Beginn des Sabbats ankündigen.

Kommentare (1)

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23.11.2016, 08:08 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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