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03.11.2012

16:40 Uhr

Israel

Syrische Streitkräfte verletzen Pufferzone auf dem Golan

Laut israelischen Angaben sind Panzer der syrischen Armee auf den Golan vorgedrungen. Damit verletzen die Syrer die demilitarisierte Zone. Derweil gehen die Gefechte um einen Luftwaffenstützpunkt in Nordsyrien weiter.

Die Gefechte in Syrien gehen unvermindert weiter. Reuters

Die Gefechte in Syrien gehen unvermindert weiter.

BeirutDrei syrische Panzer sind am Samstag nach israelischen Angaben in die demilitarisierte Zone auf den Golanhöhen eingedrungen. Israel habe daraufhin bei der UN-Friedenstruppe in der Pufferzone Beschwerde eingelegt, teilte eine Sprecherin der Streitkräfte mit. Die Panzer sowie zwei gepanzerte Transportfahrzeuge seien wenige Kilometer von israelischen Stützpunkten entfernt vorbeigefahren, berichtete die Nachrichtenwebsite Ynet. Sie seien in das Dorf Bir Adscham eingedrungen und hätten sich an Kämpfen gegen syrische Rebellen beteiligt.

Zuvor seien bereits mehrere Mörsergranaten in der demilitarisierten Zone eingeschlagen, berichtete Ynet. Der Beschuss könnte der Auslöser für ein Feuer am Berg Hosek nahe der Grenze am Samstag gewesen sein.

Die relativ zurückhaltende Reaktion der israelischen Streitkräfte deutete darauf hin, dass sie die Panzer nicht als direkte Bedrohung wahrnahmen. Israel hatte die Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967 erobert und später annektiert.

Zuvor hatten syrische Aufständische einen Luftwaffenstützpunkt im Norden des Landes angegriffen und sich schwere Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. Die Rebellen hätten die Basis Taftanas in den frühen Morgenstunden angegriffen, berichtete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Die Kämpfe dauerten bis zum Nachmittag an.

Taftanas liegt nahe der strategisch wichtigen Landstraße zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Wirtschaftsmetropole Aleppo. Auf dem Stützpunkt sind vor allem Hubschrauber stationiert.

In einem von Aktivisten im Internet veröffentlichten Video war zu sehen, wie Aufständische von einem Fahrzeug aus Raketen abfeuerten. Außerdem waren über Gebäuden aufsteigender Rauch und eine Startbahn zu erkennen. Das Video wirkte authentisch und deckte sich mit weiteren Berichten aus der Region.

Unter den Rebellen seien auch Angehörige der islamistischen Gruppe Dschabhat al Nusra gewesen, berichtete die Beobachtungsstelle. Die Mitglieder der vom Terrornetzwerk Al-Kaida inspirierten Organisation gelten als erfahrene und disziplinierte Kämpfer. In den vergangenen Monaten griffen sie immer wieder Stellungen der Streitkräfte im Norden des Landes an.

Mit der Offensive gegen Luftwaffenbasen versuchen die Rebellen offenbar, die Lufthoheit der syrischen Streitkräfte zu brechen. Zuletzt hatte die Luftwaffe ihre Angriffe erheblich ausgeweitet und dabei auch zahlreiche Zivilisten getötet.


Von

dapd

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

03.11.2012, 17:52 Uhr

Im übrigen ist der Golan natürlich nach wie vor syrisches Staatsgebiet, die israelische Annektion ist anerkanntermaßen völkerrechtswidrig.

Mouse

04.11.2012, 01:40 Uhr

Sehr geehrte Energieelite, das dürfte doch nach ihrem Geschmack gewesen sein. Alle hier im Forum kennen Sie doch seit einiger Zeit als notorischen Israel-Verteidiger. Irgend wann sollten aber auch Sie verstehen, daß bei einem Krieg die israelischen Menschen leidern werden (was ich auch sehr traurig finde, da das Leben in Israel sowieso schon nicht leicht ist). Ich wünsche mir, daß geistige Heckenschützen wie Sie vielleicht doch mal einen wachen Moment haben und ihren Freunden auch körperlich mit Waffe in der Hand zur Seite stehen werden. Davor hätte ich Achtung, aber das was hier von Ihnen immer rüberkommt, sind die typischen Gebetsmühlen die uns ewig und drei Tage dran erinnern sollen, daß wir weiterhin zu zahlen haben und U-Boote verschenken sollten.

Account gelöscht!

04.11.2012, 12:20 Uhr

Ob man die Annektierung der Golanhöhen als völkerrechtswidrig einstuft oder wie auch immer, geht mir offen gesagt am Allerwertesten vorbei. Die Aggression ging mit Beginn der 1960er von den Arabern aus. Stichwort "Fedajin". Die Vorbereitung eines Angriffskrieges gegen Israel eindeutig auch. Wer die Besetzung der Golanhöhen als völkerrechtswidrig einstuft, sollte konsequenterweise die Vertreibung der Deutschen aus den ehemaligen Reichsgebieten nach 1945 auch so bewerten und das Reichsgebiet in den Grenzen anno 1937 fordern. Aber so sind die Gutmenschen halt. "Zum blauen Umweltengel müssen sie beten. Andersdenkenden in die Fresse treten!" (Auszug aus "Ein guter Mensch" von H.o.S. (Haemorrhoid of Society)).

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