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05.04.2006

09:07 Uhr

Israel und Palästina

Hamas deutet Zwei-Staaten-Lösung an

In der Hamas deutet sich ein Gesinnungswandel an: Der palästinensische Außenminister Mahmud Sahar schrieb jetzt in einem Brief an die UN, seine Regierung sei bereit, Seite an Seite mit Israel zu leben. Zuvor hatte die radikale Moslemgruppe noch die Vernichtung des Nachbarn gefordert.

HB NEW YORK. Der Brief an UN-Generalsekretär Kofi Annan geht auf den geplanten Ausbau von jüdischen Siedlungen im Westjordanland ein sowie auf die israelische Sperranlage. „Letztendlich wird dies jede Hoffnung auf eine Einigung und einen Frieden auf der Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung vermindern“, hieß es laut inoffizieller Übersetzung der UN-Vertretung der Palästinenser ins Englische.

„Das ist wichtig“, sagte Rijad Mansur von der Vertretung am UN-Sitz in New York unter Verweis auf die Wortwahl in dem Brief. Sie zeige eine Weiterentwicklung der Denkweise der Hamas an. Er wies auf den letzten Absatz des Briefes hin, nach dem sich das palästinensische Volk der Übersetzung zufolge darauf freut „Seite an Seite mit unseren Nachbarn in diesem heiligen Teil der Welt“ zu leben. Mit den „Nachbarn“ sei auch Israel gemeint, betonte Mansur.

Die Hamas hat bislang für eine Zerstörung Israels gekämpft und die bisherigen Vereinbarungen im Rahmen des Nahost-Friedensprozesses nicht anerkannt. Israel und die USA versuchen derzeit, die Hamas- Regierung international zu isolieren. Wie auch die Europäische Union (EU) betrachten sie die Extremisten als eine Terror- Organisation. Frankreich und China haben dagegen Vertreter der Hamas empfangen. Auch Russland und Saudi-Arabien haben sich dagegen ausgesprochen, Kontakte zu der Gruppe zu unterbrechen.

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