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19.11.2014

12:50 Uhr

Israel und Palästinenser

Angst vor Eskalation in Jerusalem wächst

In Jerusalem spitzt sich der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern nach einem Anschlag auf eine Synagoge wieder zu, fünf Menschen starben. Der israelische Wirtschaftsminister fordert nun einen Militäreinsatz.

Beim Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem starben vier Rabbiner und ein Polizist. Reuters

Beim Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem starben vier Rabbiner und ein Polizist.

JerusalemIsraels Wirtschaftsminister Naftali Bennett hat nach dem Anschlag auf eine Synagoge einen Militäreinsatz im arabischen Ostteil Jerusalems gefordert. Ziel sei es, dort die „Terror-Infrastruktur zu zerstören“, sagte Bennett dem israelischen Armeesender.

Der Vorsitzende der ultrarechten Partei Das Jüdische Haus sprach sich für einen Einsatz wie 2002 gegen militante Palästinenser im Westjordanland aus. „Wir müssen aus der Defensive in den Angriff übergehen, so wie wir es bei der Operation Schutzschild getan haben“, sagte Bennett.

Zwei Palästinenser aus dem arabischen Osten Jerusalems hatten zuvor das Gotteshaus in dem vornehmlich von ultraorthodoxen Juden bewohnten Stadtteil Har Nof gestürmt. Bewaffnet mit einer Axt, Messern und einer Pistole griffen sie die dort Betenden an.

Vier Rabbiner wurden getötet, ein Polizist starb einem Medienbericht zufolge Stunden später in einem Krankenhaus. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die beiden Palästinenser wurden wenige Minuten nach ihrer Tat von Polizisten bei einem Feuergefecht erschossen. Es war der erste tödliche Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem.

Einen Tag nach dem Anschlag haben sich Dutzende Juden wieder in dem Gotteshaus zum Beten eingefunden. Unter den Gläubigen sei bei der Morgenandacht am Mittwoch auch Bennet gewesen, berichtete die Nachrichtenseite „ynet“. Der Eingang der Synagoge sei von Sicherheitspersonal bewacht worden.

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Bei einem Überfall in einer Synagoge in Jerusalem wurden mindestens sechs Menschen getötet. Die Palästinenserorganisation Hamas sprach von einer „heroischen Tat“ – Israel will mit „harter Hand“ auf den Mord reagieren.

Nach dem Synagogen-Anschlag wächst die Sorge vor einer Zuspitzung des Nahost-Konflikts. Israelische Soldaten und Polizisten haben das Haus eines Palästinensers zerstört, der im Oktober mit seinem Auto an einer Straßenbahnhaltestelle in Jerusalem wartende Passanten überfahren hatte.

Das Gebäude habe im arabischen Ostteil der Stadt gelegen, teilte Armeesprecher Peter Lerner am frühen Mittwochmorgen mit. Die israelischen Sicherheitsbehörden waren nach dem Vorfall von vor gut vier Wochen von einem Anschlag ausgegangen. Zwei Menschen starben an ihren Verletzungen, darunter ein drei Monate altes Baby.

Als Reaktion auf das jüngste Attentat hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstagabend angekündigt, dass die Häuser der beiden Angreifer und auch die früherer Attentäter rasch zerstört werden sollen.Seit dem Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im April ist die Lage in Nahost immer weiter eskaliert.

„Wir befinden uns in einem Kampf um Jerusalem, unserer ewigen Hauptstadt“, schrieb Netanjahu beim Kurznachrichtendienst Twitter. „In diesem Kampf müssen wir zusammenhalten; dies ist das Gebot des Tages.“ Die beiden Attentäter hatte er zuvor als „Tiere in Menschengestalt“ bezeichnet und schärfere Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt angekündigt.

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