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15.05.2011

22:16 Uhr

Israel und Syrien

Soldaten töten Demonstranten

Israelische Soldaten eröffnen das Feuer, als palästinensische Demonstranten versuchen, die Grenze zu überqueren. Auch bei Demonstrationen in Syrien sollen am Sonntag sieben Demonstranten getötet worden sein.

Demonstration an der syrisch-israelischen Grenze. Quelle: dpa

Demonstration an der syrisch-israelischen Grenze.

Amman/Madschdal SchamsSyrische Soldaten sind Demonstranten zufolge am Sonntag gegen die Demokratiebewegung in dem Land vorgegangen und haben dabei mindestens sieben Menschen getötet. Die Stadt Tel Kelach nahe der Grenze zum Libanon sei unter Beschuss geraten, berichtete eine Aktivistengruppe.

Die autokratische Führung geht seit Wochen hart gegen Gegner vor, die sich von den Demonstrationen in anderen arabischen Ländern wie Ägypten und Tunesien zu Protesten ermutigen ließen.

Auch bei Protesten von Palästinensern an den israelischen Grenzen zu Syrien und dem Libanon ist es zu schweren Zusammenstößen gekommen. Israelische Soldaten erschossen am Sonntag bis zu 13 Palästinenser, die bei Demonstrationen am arabischen Jahrestag der israelischen Staatsgründung die Grenzzäune überrannt hätten.

Mehr als 80 Menschen wurden Rettungssanitätern zufolge im südlichen Grenzgebiet Israels mit dem Gazastreifen verletzt, als Sicherheitskräfte auch dort das Feuer auf eine Menschenmenge eröffneten, die sich den Absperrungen näherte. Über 100 Menschen wurden libanesischen Sicherheitskreisen zufolge in einem Grenzdorf des Landes verletzt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte seine Entschlossenheit, die Grenzen zu verteidigen. Er hoffe aber, dass bald Ruhe zurückkehren werde, sagte Netanjahu in einer kurzen Fernsehansprache.

Regelrechte Tumulte entwickelten sich vor allem in dem drusischen Dorf Madschdal Schams auf den Golan-Höhen, einem syrischen Gebiet, das von Israel seit mehr als vier Jahrzehnten besetzt ist.Die Regierung in Damaskus verurteilte das Vorgehen der israelischen Armee als „kriminelle Handlung auf den Golan-Höhen, in Palästina und im südlichen Libanon“. Dem Staatsfernsehen zufolge waren vier der Getöteten syrische Bürger.

Das Militär schoss an insgesamt drei Orten auf die Demonstranten, die aus Anlass des sogenannten „Tags der Katastrophe“ an die Grenzen mit Israel gezogen waren. So wird die Staatsgründung Israels auf palästinensischer und arabischer Seite bezeichnet. Wegen der unterschiedlichen Kalender fällt der Jahrestag in jedem Jahr auf ein anderes Datum.

In der israelischen Wirtschaftsmetropole Tel Aviv kam zudem ein Mensch ums Leben, als ein israelischer Araber mit einem Lkw in Autos und Fußgänger raste. 17 Menschen wurden bei dem Zwischenfall verletzt. Die Polizei ermittelte, ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag handelte. Zeugen sprachen von einer Amok-Fahrt.

Kommentare (3)

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schorschi

16.05.2011, 00:50 Uhr

"Er hoffe aber, dass bald Ruhe zurückkehren werde, sagte Netanjahu in einer kurzen Fernsehansprache."

Logo. Wenn man Steinewerfer immer gleich erschießt,
ist dies die beste Roadmap auf dem Weg zum Frieden.

Machen wir in Deutschland doch auch so:
anstatt da mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken herum zu hantieren: einfach alle abknallen - das ist ganz bestimmt DER Weg für eine friedliche und partnerschaftliche Beziehung...

... wenn man sich so verhält, dann darf man natürlich schon auf Frieden hoffen ...

Querdenker

16.05.2011, 07:51 Uhr

An die Redaktion: Bitte entfernen Sie die Beiträge von "Energieelite". Sie sind nicht gerade friedenschaffende Erklärungen.

ratio_legis

16.05.2011, 08:14 Uhr

@ Querdenker: Warum sagen sie es nicht so, dass jeder versteht woher der Wind weht? Sagen sie doch gleich: "Das ist nicht hilfreich".
Friedenschaffend ist es auch nicht eine Grenze zu stürmen...Hallo?! Wach?!
Allerdings sollten die Kommentare tatsächlich gelöscht werden , weil ein Kommentarthread Kommentare enthalten sollte und nicht im "copy&paste" Verfahren gesammelte Beiträge anderer Quellen.

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