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06.06.2011

10:02 Uhr

Israelischer Grenzkonflikt

Israel legt UN-Beschwerde gegen Syrien ein

Nach dem tödlichen Sturm hunderter Palästinenser auf die Golanhöhen will Isreal bei der UN Beschwerde gegen Syrien einlegen. Als "Kanonenfutter" missbrauche Syrien seine Demonstranten, um von inneren Unruhen abzulenken.

Syrische Demonstranten versammeln sich auf den Golanhöhen. Quelle: Reuters

Syrische Demonstranten versammeln sich auf den Golanhöhen.

JerusalemNach dem tödlichen Grenzsturm Hunderter Palästinenser auf den besetzten Golanhöhen will Israel bei den Vereinten Nationen Beschwerde gegen Syrien einlegen. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums in Jerusalem bestätigte dies am Montag. Israel wirft Syrien vor, es missbrauche die palästinensischen Demonstranten, um von den internen Unruhen in dem arabischen Land abzulenken.

Am Sonntag waren nach syrischen Angaben an der Grenze 23 Menschen getötet und 350 weitere verletzt worden. Sie hatten am sogenannten Naksa-Tag versucht, die Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen zu überrennen. Die israelische Armee blieb deswegen weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv sagte am Montag, die Soldaten hätten Anweisung erhalten, niemanden von Syrien aus über die Grenze zu lassen.

Der israelische Vize-Außenminister Danny Ajalon warf dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor, er setze die Demonstranten als „Kanonenfutter“ gegen Israel ein. Israel habe das Recht und die Pflicht, seine Souveränität zu verteidigen, sagte er dem israelischen Rundfunk am Montag.

Das von den Muslimbrüdern und der noch jungen Demokratiebewegung bedrängte syrische Regime hatte die dramatischen Szenen, die sich auf den Golanhöhen abspielten, am Sonntag offensichtlich ausgeschlachtet, um von den Massakern im eigenen Land abzulenken. Das syrische Staatsfernsehen strahlte am Sonntag eine Dokumentation mit dem Titel „Der Golan in meinem Herzen“ aus.

Das Assad-Regime soll Gerüchten zufolge Demonstranten für die Teilnahme an dem Grenzsturm bezahlt haben. Syrische Bauern hätten 1000 Dollar für ihre Anwesenheit bekommen, Familien von Todesopfern sollten sogar 10.000 Dollar bekommen, hieß es in einer Mitteilung der oppositionellen syrischen Reformpartei, die sich auf Geheimdienstinformationen berief.

Von

dpa

Kommentare (3)

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joachim

06.06.2011, 10:59 Uhr

Aber Hallo, was haben denn die Israelis auf den Golanhöhen verloren, die gehören vor den Internationalen Gerichtshof.
Aber wer hat schon den Mut sie dort anzuklagen?!

Tiqvah-Bat-Shalom

06.06.2011, 11:29 Uhr

Welches Land würde je erlauben seine Grenzen zu verletzen??? Welches Land würde solche "Demonstranten" in sein Land lassen, um sie sich austoben zu lassen, weil sie.- wenn auch ungerechterweise - bis zur Grenze kamen, da sie weder an der ägyptischen Grenze von Ägypten, noch an der syrischen Grenze von Syrien, noch an der libanesischen Grenze von der libanesischen Soldaten / Grenzern / Regierungen abgehalten werden!?

Bedenkt man auch, weshalb diese Friedensgeier demonstrieren, dann kann man wohl noch extremer dabei die Machenschaften dieser wahnsinnig gewordenen Weltgemeinschaft verstehen! Israel muss eben dafür büßen, weil es sich vor 44 Jahren von den angreifenden Nachbarländern, die Israel vernichten wollten, nicht zerstören ließ!

Dieses Verbrechen, das Israel tat - sich zu verteidigen und die Angreifer zurückzuschlagen! - ist so schwerwiegend, dass man dafür verständlicherweise Israel jetzt noch "bestrafen" muss.... den Israelis das Land nehmen und sie vertreiben...:!

...oder doch ist alles nur ein grenzenloser Irrsinn????

Tiqvah-Bat-Shalom

06.06.2011, 11:31 Uhr

@Joachin

Sie sind Klug auf Ihre Weise... doch zu diese Thema haben sie wohl Null Ahnung!

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