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28.09.2016

06:22 Uhr

Israels Ex-Präsident

Peres ist tot

Israels Ex-Präsident Präsidenten Schimon Peres ist tot. Der Friedensnobelpreisträger starb im Alter von 93 Jahren nach einem schweren Schlaganfall. Die Nachricht von Peres' Tod löste weltweit Bestürzung aus.

Nachruf

Trauer um Israels Ex-Präsident Schimon Peres

Nachruf: Trauer um Israels Ex-Präsident Schimon Peres

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JerusalemIsrael trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Schimon Peres. Der Friedensnobelpreisträger sei am Mittwochmorgen im Alter von 93 Jahren gestorben, sagte sein persönlicher Arzt und Schwiegersohn Rafi Walden der Nachrichtenagentur AFP. Peres hatte vor zwei Wochen einen schweren Schlaganfall erlitten. Die Nachricht von seinem Tod löste nicht nur in Israel Bestürzung aus.

Peres lag seit dem 13. September in einem Krankenhaus bei Tel Aviv auf der Intensivstation. Er hatte nach Angaben seiner Ärzte einen schweren Schlaganfall mit Hirnblutung erlitten und wurde ins künstliche Koma versetzt. Nachdem zwischenzeitlich eine leichte Besserung seines Zustandes vermeldet worden war, hieß es am Dienstagabend überraschend, der Patient schwebe „zwischen Leben und Tod“.

Zitate zum Tod von Shimon Peres

US-Präsident Barack Obama auf der Internetseite des Weißen Hauses.

„Ein Licht ist ausgegangen, aber die Hoffnung, die er uns gegeben hat, wird für immer brennen.“

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton auf Twitter

„Ich werde meinen brillanten und wortgewaltigen Freund Schimon Peres vermissen. Sein Leben war ein Segen für alle, die sich um den Frieden bemühen.“

Der ehemalige britische Premier und ehemalige Sondergesandte des Nahost-Quartetts Tony Blair

„Schimon Peres war ein politischer Riese, ein Staatsmann, der als einer der führenden (Staatsmänner) dieser Epoche oder jeder Epoche dastehen wird, und jemand, den ich zutiefst geliebt habe.“

Der britische Historiker Niall Ferguson auf Twitter

„Schimon Peres stirbt im Alter von 93. Ein großer Mann. Aber auch zutiefst menschlich.“

Der republikanische US-Senator Ted Cruz auf seiner Internetseite

„Er war ein großer Patriot und wird sowohl in Israel als auch in Amerika vermisst werden.“

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter

„Ich bedauere den Tod des ehemaligen israelischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Schimon Peres. Unser Beileid an seine Familie und seine Landsleute.“

Am Mittwochmorgen gegen 03.00 Uhr (Ortszeit, 02.00 Uhr MESZ) sei Peres dann gestorben, sagte Walden. Ein Vertrauter des ehemaligen Staatsoberhauptes berichtete AFP, die Familie sei bei ihm gewesen.

Peres gehörte zur Generation der Gründerväter Israels und war von 2007 bis 2014 Präsident. 1994 erhielt er als einer der Förderer des Osloer Friedensabkommens den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem später ermordeten israelischen Regierungschef Jizchak Rabin und dem 2004 verstorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat. Seit seiner Einlieferung ins Krankenhaus hatte ganz Israel um den 93-Jährigen gebangt, aus aller Welt kamen Genesungswünsche.

Schimon Peres: Der Beliebte

Schimon Peres

Der Beliebte

Schimon Peres war bis ins hohe Alter Präsident Israels. Davor agierte der Friedensnobelpreisträger unter anderem dreimal als Ministerpräsident. Nun trauert Israel um einen seiner bekanntesten Politiker.

Die Nachricht von Peres' Tod löste nun weltweit Bestürzung aus. US-Präsident Barack Obama würdigte den Verstorbenen als einen Freund, der seinen Traum vom Frieden niemals aufgegeben habe. „Es gibt wenige Menschen auf der Welt, die den Lauf der menschlichen Geschichte verändern“, erklärte Obama in Washington. „Mein Freund Schimon war einer dieser Menschen.“

In Berlin würdigte Bundespräsident Joachim Gauck neben dem Ringen des Verstorbenen um Frieden zwischen Israel und den Palästinensern vor allem seine Bereitschaft zur Versöhnung. „Trotz der Gräueltaten, die Deutsche an seiner Familie und seinem Volk während des Holocausts verübten, reichte Schimon Peres uns die Hand. Für diese Haltung sind wir ihm von Herzen dankbar.“ Peres habe sein Leben in den „Dienst von Frieden und Versöhnung“ gestellt, heißt es im Kondolenzschreiben Gaucks.

Peres war zweimal Regierungschef, je dreimal Verteidigungs- und Außenminister. Er saß 48 Jahre lang für drei verschiedene Parteien in der Knesset und gehörte 16 Regierungen an. 19 Jahre lang führte der Sohn eines Holzhändlers die israelische Arbeitspartei.

Zu seiner Biografie gehört auch, dass er lange als Falke auftrat: So hatte Peres 1975 als Verteidigungsminister im Widerspruch zur Haltung seiner Arbeitspartei ultranationalistischen Siedlern Rückendeckung gegeben, welche die ersten drei jüdischen Siedlungen im Herzen des Westjordanlands errichteten.

Später verschrieb sich Peres zur Beilegung des Nahost-Konflikts der Zweistaaten-Lösung, für die er unermüdlich kämpfte. Als sein Ziel nannte er „einen jüdischen Staat mit dem Namen Israel an der Seite eines arabischen Staats namens Palästina, die sich nicht bekämpfen, sondern Seite an Seite in Freundschaft und Zusammenarbeit leben“.

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