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11.01.2014

14:39 Uhr

Israels Ex-Regierungschef

Ariel Scharon ist tot

Wie das israelische Fernsehen berichtet, ist der ehemalige Ministerpräsident Ariel Scharon nach langer Zeit im Koma verstorben.

Ariel Scharon: Der Politiker starb im Alter von 85 Jahren. dpa

Ariel Scharon: Der Politiker starb im Alter von 85 Jahren.

Tel AvivDer frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist tot. Nach acht Jahren im Koma starb er am Samstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus bei Tel Aviv. „Mein lieber Freund, Ariel Scharon, hat heute seinen letzten Kampf verloren“, erklärte Präsident Schimon Peres. „Ariel war ein tapferer Soldat und kühner Führer, der seine Nation liebte und sein Land liebte ihn.“

Der frühere Politiker und Militär hatte 2006 einen Schlaganfall erlitten und seither im Koma gelegen. Er hatte seit Tagen mit dem Tode gerungen. Seine engste Familie harrte seit mehr als einer Woche an seinem Krankenbett in einer Spezialklinik in Tel Haschomer aus. Zuletzt hatten die Ärzte von multiplen Organschädigungen berichtet. Klinikleiter Zeew Rothstein hatte zuletzt erklärt, der ehemalige Regierungschef kämpfe „wie ein Löwe“ um sein Leben.

„Er ist von uns gegangen. Er ist gegangen, als er sich entschieden hatte zu gehen“, sagte Scharons Sohn Gilad nach Angaben des israelischen Internetportals ynetnews.com. Scharon wäre am 27. Februar 86 Jahre alt geworden.

Präsident Peres würdigte Scharon als einen der größten Beschützer und wichtigsten Architekten Israels, der keine Furcht gekannt habe. Er habe gewusst, wie schwierige Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen gewesen seien. „Wir alle liebten ihn, und er wird eine große Lücke reißen“, erklärte Peres. „Ich spreche der Familie Scharon mein Beileid aus, möge er in Frieden ruhen.“

Auch die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, hat mit Trauer und Nachdenklichkeit auf den Tod Scharons reagiert: „Mit Scharon verlieren Israel und die Welt einen besonderen Menschen. Wenn er seinen Weg hätte zu Ende gehen dürfen, gäbe es heute vielleicht Frieden in der Region.“

Scharon war von 2001 an fünf Jahre lang Regierungschef. Der als Kriegsheld verehrte Politiker setzte 2005 den einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen durch. Nach Streit mit den alten Weggefährten verließ Scharon den von ihm mitbegründeten rechtsorientierten Likud-Block und gründete 2005 die Partei der Mitte Kadima.

Von

dpa

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