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18.04.2012

22:27 Uhr

Israels Notenbankchef

Ein-Prozent-Regel soll Staatshaushalte sanieren

Stanley Fischer, Chef der israelischen Zentralbank, nennt sein Mittel der Wahl, um die Haushalte der Euroländer zu sanieren. Nach dieser Regel dürften die Ausgaben der Regierungen pro Jahr maximal um ein Prozent steigen.

Israels Zentralbankchef Stanley Fischer. dpa

Israels Zentralbankchef Stanley Fischer.

WashingtonDer israelische Zentralbankchef Stanley Fischer hat angeregt, die Haushalte der defizitären Euroländer mit einer Ein-Prozent-Regel zu sanieren. „Das ist die Einzelmaßnahme, die bei uns am besten funktioniert hat“, sagte er am Mittwoch in Washington in einem Vortrag beim Internationalen Währungsfonds. Dabei verpflichte sich die jeweilige Regierung, ihre Ausgaben im Jahr nicht mehr als um ein Prozent steigen zu lassen. Die Euroländer diskutieren derzeit den deutschen Vorschlag eines Fiskalpakts mit der Schuldenbremse. Ökonomen befürchten, dass durch gleichzeitige Ausgabenkürzungen eine Rezession ausgelöst werden könnte.

Fischer sagte weiter, Israel habe 2003 in einer tiefen Rezession sechs Prozent Neuverschuldung gehabt und einen Schuldenstand von fast 100 Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Die Finanzmärkte hätten ihm kein Geld mehr leihen wollen. Dann hätten die USA Garantien für die israelischen Schulden ausgesprochen, und Israel habe die Ein-Prozent-Regel eingeführt. Vier Jahre später sei die israelische Neuverschuldung bei null gewesen und der Schuldenstand unter 80 Prozent.

Fischer sagte weiter, es könne sein, dass die Europäische Zentralbank oder eine andere EU-Institution in einigen Ländern noch eingreifen müsse, um deren Anleihen stärker zu stützen. Dies solle zwar keine normale Tätigkeit einer Zentralbank werden. „Aber in jeder großen Krise haben Zentralbanken außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, wenn sie versucht haben, ihrer Verantwortung gerecht zu werden für die Aufrechterhaltung der makroökonomischen und finanziellen Stabilität“, sagte Fischer.

Es könne auch sein, dass die Krisenländer die Produktionskosten dadurch senkten, dass sie die Mehrwertsteuer herabsetzten. Wo dies möglich sei, könnten auch Preise und Löhne gesenkt werden. Dies bedeute starke Eingriffe des Staates. „Aber sie könnten es zeitweise wert sein, um den Anpassungsprozess zu beschleunigen. Und Entscheider in einer Krise sollten niemals nie sagen“, sagte Fischer.

Von

dapd

Kommentare (2)

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diebessereWahl

19.04.2012, 08:03 Uhr

Der bessere IMF Direktor!
Stanley Fischer ist sein ganzes Leben mit kluger und vernünftiger Sachbehandlung aufgefallen. Er wäre die bessere Wahl als IWF Direktor gewesen.

Account gelöscht!

19.04.2012, 14:10 Uhr

Sehe ich genauso !
Mann sollte ihm ruhig mal fragen , dümmer wird dadurch keiner !!!

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