Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2016

15:14 Uhr

Istanbuler Attentäter

„Ihr Platz ist in der Hölle“

Die Istanbuler Attentäter könnten sich nicht auf den Islam berufen, sagt Erdogan. Sie würden in die Hölle kommen. Die drei Männer wollte einem Bericht zufolge ursprünglich Geiseln am Flughafen nehmen.

„Sie haben keine Verbindung zum Islam“, sagte der türkische Präsident über die Istanbuler Attentäer. „Ihr Platz ist in der Hölle.“ Unter den Opfern seien unschuldige Kinder, Frauen und alte Leute. Sie seien arglos auf Reisen gegangen und dem Tod begegnet. dpa

Recep Tayyip Erdogan

„Sie haben keine Verbindung zum Islam“, sagte der türkische Präsident über die Istanbuler Attentäer. „Ihr Platz ist in der Hölle.“ Unter den Opfern seien unschuldige Kinder, Frauen und alte Leute. Sie seien arglos auf Reisen gegangen und dem Tod begegnet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bekräftigt, dass „höchstwahrscheinlich“ die Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Anschlag auf den Istanbuler Flughafen steht. Gleichzeitig betonte der Präsident beim Freitagsgebet, die Terroristen könnten sich nicht auf die Religion berufen.

„Sie haben keine Verbindung zum Islam“, sagte Erdogan. „Ihr Platz ist in der Hölle.“ Unter den Opfern seien unschuldige Kinder, Frauen und alte Leute. Sie seien arglos auf Reisen gegangen und dem Tod begegnet, sagte er.

Auf dem Flughafen der Millionenmetropole hatten am Dienstagabend drei Selbstmordattentäter mindestens 44 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 230 Menschen wurden verletzt. Die türkische Regierung ging von Anfang an davon aus, dass der IS dahinter steht. Die Terrormiliz hat sich aber nicht zu der Tat bekannt.

Terror in der Türkei: Wie der IS Istanbuls Hoffnungen zerstört

Terror in der Türkei

Wie der IS Istanbuls Hoffnungen zerstört

Istanbul hatte große Zukunftspläne: Grandiose Bauvorhaben sollten die Rolle der Stadt als Touristenmagnet und Transitzentrum zwischen zwei Kontinenten stärken. Doch was wird nach dem Terror aus den Zielen?

Die Attentäter hatten einem Zeitungsbericht zufolge ursprünglich auch eine Geiselnahme geplant. Wie die türkische Zeitung „Sabah“ am Freitag berichtete, wollten sie im Flughafengebäude eigentlich Dutzende Geiseln nehmen, um dann ein Massaker anzurichten. Weil sie aber Verdacht erregten, seien sie schon eher zum Angriff übergegangen.

Dem Bericht zufolge waren Zivilisten und ein Polizist auf die Männer aufmerksam geworden, weil sie trotz der Hitze Jacken trugen, um ihre Sprengstoffwesten zu verbergen.

Bei Razzien nahm die Polizei am Donnerstag 13 mutmaßliche IS-Anhänger fest. Die drei Attentäter stammten nach Angaben der Regierung aus Russland, Usbekistan und Kirgistan.

Prinzip „einsamer Wolf“: Die neue Terrorstrategie des IS

Prinzip „einsamer Wolf“

Premium Die neue Terrorstrategie des IS

Anschläge auf einen Flughafen in Istanbul, Einzel-Attentäter im Westen: Die Terrormiliz Islamischer Staat zeigt, dass trotz Gebietsverlusten in Syrien noch immer mit ihr zu rechnen ist. Erfolg definiert sie längst anders.

Türkischen Medienberichten zufolge wird der aus Tschetschenien stammende Achmed Schatajew als Drahtzieher des Anschlags vermutet. Wie die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, ist er der Anführer der Istanbuler IS-Zelle. Er soll demnach auch die Anschläge auf eine deutsche Touristengruppe im Stadtviertel Sultanahmet im Januar und auf die Einkaufsstraße Istiklal im März gesteuert haben.

Laut „Hürriyet“ hatten die Attentäter eine Wohnung im Stadtviertel Fatih gemietet und die Jahresmiete von 24.000 Lira (7500 Euro) im Voraus gezahlt. Nach Angaben eines Nachbarn wurde die Wohnung nach dem Anschlag durchsucht. Er habe die Attentäter zwar nie gesehen, aber gehört, sagte der Nachbar der Zeitung. Außerdem habe er sich bei den örtlichen Behörden über einen „sehr komischen, chemischen Geruch“ aus der Wohnung beschwert.

Die Zeitung zitierte auch einen Klempner, der einen kaputten Wasserhahn in der Wohnung reparierte. Einer der Männer, der nur gebrochen Türkisch gesprochen habe, sei in seine Werkstatt gekommen und habe ihn mit in die Wohnung genommen, berichtete der Handwerker. Dort habe er drei Männer gesehen. „Sie sahen aus wie Banditen“, sagte der Klempner. „Einer hat die ganze Zeit neben mir gestanden.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×