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31.03.2006

08:49 Uhr

Italien

Afghanischer Konvertit dankt dem Papst

Der zum Christentum übergetretene Afghane Abdul Rahman hat sich nach seiner Ankunft in Italien bei der Regierung in Rom und beim Papst bedankt. Er sei sicher, dass er in Kabul getötet worden wäre, sagte er. Italien gewährte dem ehemaligen Muslim Asyl.

HB ROM. „Ich bin froh, hier zu sein. Ich danke dem Papst, der italienischen Regierung und allen, die an meinem Fall beteiligt waren“, sagte der 40-Jährige in einem Fernsehinterview. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte dem Konvertiten Asyl angeboten. Papst Benedikt XVI. bat um Gnade für Rahman. Diesem drohte in Afghanistan wegen seines Übertritts vom Islam zum Christentum zeitweilig die Todesstrafe.

Der Afghane sagte, er habe sich in seiner Heimat verfolgt gefühlt und um die Sicherheit seiner Familie gefürchtet, die sich noch in Kabul aufhält. Medienberichten zufolge schloss Rahman eine Rückkehr nach Afghanistan aus.

Er war am Dienstag nach anhaltenden Protesten westlicher Staaten, auch Deutschlands, aus einem Kabuler Gefängnis entlassen worden. Das Verfahren hatte international Aufsehen erregt. Deutschland und anderer Verbündete Afghanistans rügten, dass in der noch jungen Demokratie das Recht auf Religionsfreiheit verletzt werde. Rahman war nach eigenen Angaben vor 15 Jahren zum Christentum übergetreten. Für solche Fälle sieht das islamische Recht der Scharia - ein Baustein des afghanischen Rechtssystems - die Todesstrafe vor.

Die genauen Gründe für die Entlassung Rahmans blieben bislang unklar. Experten hatten zuletzt erwartet, dass der Konvertit für unzurechnungsfähig erklärt wird und deshalb freikommen könnte. Über die Vereinten Nationen (UN) bat Rahman um Asyl im Ausland.

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