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03.09.2011

14:22 Uhr

Italien

Auf Berlusconi soll wieder Berlusconi folgen

Eigentlich wollte Berlusconi nicht nochmal für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren. Doch nach Angaben der Partei wird er in zwei Jahren antreten – und das obwohl er Italien ein „Scheißland“ genannt haben soll.

Silvio Berlusconi: Italiens alter und neuer Ministerpräsident? Reuters

Silvio Berlusconi: Italiens alter und neuer Ministerpräsident?

RomItaliens Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird nach Angaben seiner Partei bei den nächsten Parlamentswahlen 2013 wieder kandidieren. „Die Regierungskoalition lebt von seiner Führung“, sagte Parteichef Angelino Alfano am Samstag auf einer Parteiveranstaltung in Kampanien. Alfano nannte Belusconi genau den Mann, „der in der Lage gewesen ist, Zusammenhalt, Einheit und Führung zu garantieren.“ Seine Partei PdL brauche auch keine Vorwahlen, um zu wissen, dass Berlusconi der Lenker sei.

Der umstrittene, in Skandale und Prozesse verwickelte Berlusconi (74) hatte Anfang Juli in einem Interview erklärt, bei den Wahlen 2013 nicht mehr antreten zu wollen. Vielmehr wolle er Alfano, der früher sein Justizminister war, in dieses Amt verhelfen. Politische Beobachter gingen damals davon aus, dass dies noch nicht das letzte Wort des „Cavaliere“ gewesen sein könnte. Zudem stellt sich noch die Frage, ob die Mitte-Rechts-Regierung aus Berlusconis PdL und der Lega Nord Umberto Bossis die Wirtschaftskrise Italiens bis dahin übersteht.

Zuvor hatte sich Berlusconi einen bösen Ausrutscher geleistet. Der Regierungschef soll seine Heimat Italien während eines abgehörten Telefonats ein „Scheißland“ genannt haben. Das Gespräch wurde im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens aufgezeichnet und veröffentlicht. Der Milliardär und Medienmogul versuchte zu beschwichtigen: „Das ist eine dieser Sachen, wie man sie spät abends am Telefon so sagt, wohl in einem entspannten Augenblick und mit einem Lächeln“, meinte der 74-Jährige. „In einigen Monaten gehe ich weg, verlasse ich dieses Scheißland, das mich anekelt, Punkt und Schluss“, zitieren etliche italienische Zeitungen am Freitag aus den Abhörprotokollen. Von der Opposition erntete er beißenden Hohn.

EZB-Chef Trichet ermahnt zum Sparen

Unterdessen hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, Italien erneut zur Umsetzung der Sparziele zum Abbau der Staatsverschuldung gedrängt. „Es ist wesentlich, dass das angekündigte Ziel zur Verringerung des Defizits vollständig bestätigt und umgesetzt wird“, sagte Trichet am Samstag beim Wirtschaftsforum Ambrosetti in Cernobbio am Comer See. Dies sei „absolut entscheidend, um die Qualität und Glaubwürdigkeit der italienischen Strategie und seine Kreditwürdigkeit zu konsolidieren und zu verstärken“. Trichet forderte überdies mehr „Flexibilität“ der italienischen Wirtschaft.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Moika

03.09.2011, 14:51 Uhr

Oh oh! Hat der „Cavaliere" etwa neue Probleme mit der Justiz, die der Öffentlichkeit noch unbekannt sind? Braucht er vielleicht noch etwas Zeit, um neue Gesetze auf den Weg zu bringen, die ihn vor Strafen schützen sollen?

Wenn die Italiener jetzt noch nicht bemerkt haben, daß Berlusconis "One Man Show" ihr Land nur noch belastet, sollten sie gemeinsam mit den Griechen schon einmal den Austritt aus der EU proben.

MarcusAurelius

03.09.2011, 14:59 Uhr

Eine Schmierenkomödie, die aber symptomatisch für das Niveau der überwältigenden Mehrheit der Politiker ist.

Philosoph

03.09.2011, 15:39 Uhr

Zum Niveau auf dem Klo (dem politischen).
Diejenigen, die oben sitzen sehen nur Scheiße unter sich,
diejenigen, die unten sitzen nur Arschlöcher über sich.

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