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03.08.2011

20:57 Uhr

Italien

Berlusconis Krampf-Akt

Italien leidet unter dem Misstrauen, das die Finanzmärkte dem Land entgegenbringen. Schuld ist nicht allein die Finanzlast - denn Berlusconi muss vor allem gegen ein Defizit an Glaubwürdigkeit ankämpfen.

Silvio Berlusconi spricht kurz nach seiner Ansprache mit der Abgeordneten Michaela Biancofiore. Quelle: AFP

Silvio Berlusconi spricht kurz nach seiner Ansprache mit der Abgeordneten Michaela Biancofiore.

RomItalien steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Das Land muss seinen riesigen Schuldenberg abtragen und trotz Sparkurses das seit langem schwächelnde Wachstum ankurbeln. Dieser heikle Spagat vor den Augen nervöser und skeptischer Finanzmärkte ist aber nur ein Teil des Problems, mit dem die Regierung des angeschlagenen Silvio Berlusconi zu kämpfen hat.

Richtig angespannt war das Klima am Tag der Rede Berlusconis zur Krise vor dem Parlament vor allem wegen des Defizits an politischer Glaubwürdigkeit im Land. Und das in der Urlaubszeit, in der die Politiker in Rom lieber schon Strandlektüre und Badehosen einpacken würden. Also musste der 74-jährige Medienmogul und Milliardär versuchen, die Märkte zu überzeugen, dass er es mit Sparen und dem Wachstum ernst meint. Das dürfte ihm allerdings kaum gelungen sein. Wohl um überschnelle Reaktionen und auch Spekulationen zu verhindern, hatte er vor der Rede vorsichtshalber den Börsenschluss abgewartet.

Krampfhaft versuchte der „Cavaliere“, das jüngste Sparpaket seiner Regierung zu verteidigen. Börsenspekulanten wollten die „Solidität“ des Landes nicht anerkennen, die Finanzkrise sei im übrigen eine globale Sache. Was Italien zum Schuldenabbau jetzt brauche, das sei ein Zusammenspiel aller für Wachstum und Investitionen. Berlusconi zeigte sich, seinem Temperament gemäß, davon überzeugt, so auf dem richtigen Weg zu sein: „Wir haben solide wirtschaftliche Fundamente.“

Einmal wenigstens sollte sich Berlusconi jetzt allein auf die Interessen seines schmerzhaft betroffenen Landes konzentrieren, fordern manche Kritiker des „Cavaliere“. Andere sehen nur in ihm das Glaubwürdigkeitsproblem Italiens und wollen ohne Berlusconi die Fahrt aus dem Jammertal versuchen. Von seiner Rede waren sie enttäuscht. Berlusconi könne nicht so tun, „als gebe es nur ein paar Wolken an einem azurblauen Himmel“, so Oppositionsführer Pier Luigi Bersani.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.08.2011, 21:36 Uhr

lieber silvio, können sie mir vllt. die tel.-no. von rubi irgendwie zukommen lassen.
ihr treuergebenster fan.

MIRO

04.08.2011, 21:34 Uhr

meine lieben " daytrater u.nutsomat " bei welchem Niveau seid ihr eigentlch angekommen.Ihr verbreitet hier noch größeren schwachsinn, als die betroffenen Politiker.
Von einem solchen billigen,ordinären,ja vulgären Stil solltet ihr schnell Abstand nehmen.Etwas mehr intelektuelles Niveau bitteschön.
Zur Sache, ob Berlusconi u.alle anderen Politiker in Europa,sie alle haben aus der jüngsten Vergangenheit nichts, aber auch garnichts dazugelernt.Die haben immer noch nicht den ernst der Lage verstanden.Sie werden uns Bürger immer weiter in den Untergang führen.Deshalb ihr Leute, nehmt euren Verstand zusammen und reagiert nun endlich mal, damit die Politik aufwacht.

Leiderwahr

05.08.2011, 20:01 Uhr

0039045687238
Sie müssen aber mit Wartezeit rechnen.
Wenn Sie dann dran sind wird sie schon über 80 sein!

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