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12.06.2012

13:33 Uhr

Italien drängt die Kanzlerin

„Schnell, Frau Merkel“

Der Frust über Berlins Euro-Kurs im Süden der EU ist groß, aber auch die Hoffnung auf eine Rettung durch Deutschland. Der Chefredakteur von Sole 24 ore wendet sich direkt an die Kanzlerin, zu retten, was zu retten ist.

RomIn einem Leitartikel mit dem deutschsprachigen Titel „Schnell Frau Merkel“ hat Roberto Napoletano, Chefredakteur der italienischen Wirtschaftszeitung Sole 24 ore, die Bundeskanzlerin aufgefordert, in der Eurokrise zu handeln. Im eigenen Interesse müsse Deutschland mehr europäische Solidarität zu zeigen. Dabei geht es dem Italiener ganz eigennützig um eine Einlagensicherung auf europäischer Ebene, um den direkten Zugang der Banken zum EFSF und um gemeinsamen Euro-Bonds.

Seit Anfang Juni druckt die Zeitung Gastkommentare von "europäischen Gründungsvätern", darunter Helmut Schmidt und Joschka Fischer. Hier knüpft Napoletano an - und beschwört den europäischen Geist, wie ihn auch Helmut Kohl verkörpert habe. Damit zielt der Chefredakteur auf den nächsten EU-Gipfel, der nicht "das 25 Treffen in Folge ohne Ergebnis" werden dürfe. Und er zitiert Helmut Schmidt mit der Warnung, dass Deutschland "sein Geschichtsverständnis verliert - und seine Solidarität mit den Partnern".

Damit ist Napoletano bei Merkel: "So können Sie nicht weitermachen. Sie werden damit nicht allzuweit kommen, wenn Sie weiter die Wut der Griechen, den verletzten Stolz der Spanier, die Angst der Italiener und die Sorgen der Franzosen ignorieren."

Euro-Krise: Europa ohne Steuermann

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Kurz vor der Wahl in Athen ist die Euro-Krise mit voller Wucht zurück, eine Führung Europas ist aber nicht mehr erkennbar. Rettungsappelle der Kanzlerin verpufften bisher, doch heute will Merkel in die Offensive gehen.

Die Zeit der Worte sei vorbei, nun müsse die politische Integration Europas vollzogen werden. Darunter versteht der Chef der Wirtschaftszeitung aber zunächst eine Fiskalunion, die zum Beispiel eine europaweite Garantie der Bankeinlagen und Euro-Bonds umfasst.

Die Rettung der Eurozone liege vor allem im Interesse der Exportnation Deutschland: "Inmitten der Ruinen europäischer Länder wird es kein starkes und gesundes Deutschland geben", warnt Napoletano. Daher müsse Merkel jetzt zwei oder drei Treffer landen - und zwar so schnell, "dass allen klar wird, dass die Vereinigten Staaten von Europa Realität sind und der Euro nicht mehr angreifbar ist. Schnell Frau Merkel, schnell."

Kommentare (62)

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12.06.2012, 13:49 Uhr

Na ja, wenn Helmut Schmidt und insbesondere Fischer's Joschka zu Wort kommen, dann kann man diese Zeitung allenfalls zum Wischen des Hinterteils benutzen.
Alles andere würden diesem billigen Sozenblättchen deutlich zu viel Aufmerksamkeit schenken....
Also Frau Merkel: Den Müll einfach ignorieren.

MikeM

12.06.2012, 13:49 Uhr

Lieber Italiener! Drohungen und Erpressungen sind kein Fundament, auf dem Europa existieren kann. Habt ihr Südländer keinen Stolz mehr? Lügen, berügen, bettln, drohen, ... mehr könnt ihr nicht. Wie wäre es mal mit Steuern zahlen und arbeiten!?

William

12.06.2012, 13:49 Uhr

Nichts als Eigenutz und purer Egoismus..... auf Kosten Deutschlands!.
Brainwashing mit deutscher Geschichte, aber bitte nicht mehr mit uns und unseren Kindern. Jetzt muß endlich Schluß damit sein!.
Europa ja, aber nicht weiter auf Deutschlands Kosten und die ewige Leier:"Deutschlamnd sei der gröööööööößte Europrofiteuer!".
>> Die Schweiz ist nach wie vor wettbewerbsstark..........ohne Euro!!!.<<

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