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04.03.2013

14:31 Uhr

Italien drohen Neuwahlen

Bersani setzt Grillo Pistole auf die Brust

Mit Silvio Berlusconi will Pier Luigi Bersani, Chef des Mitte-Links-Bündnis, nicht regieren. Bleibt ihm nur noch Beppe Grillo. „Er muss jetzt sagen, was er will“, fordert Bersani nun. „Sonst gehen wir alle nach Hause.“

Pier Luigi Bersani drängt auf eine Entscheidung. dpa

Pier Luigi Bersani drängt auf eine Entscheidung.

RomIn Italien wird nach dem Wahl-Patt über eine neue Abstimmung nachgedacht. Der Chef der Links-Allianz, Pier Luigi Bersani, forderte den Komiker Beppe Grillo von der Protestbewegung Fünf Sterne auf, Farbe zu bekennen und sich zur möglichen Unterstützung einer linken Regierung zu äußern. „Er muss jetzt sagen, was er will. Sonst gehen wir alle, er eingeschlossen, nach Hause“, sagte Bersani dem staatlichen Fernsehsender RAI.

Grillo, dessen Protestbewegung aus dem Stand 25 Prozent der Stimmen gewonnen hatte, lehnt jede Zusammenarbeit mit den etablierten Parteien ab und will sie allenfalls punktuell unterstützen. Der Komiker steht im Ruf, Neuwahlen anzustreben mit dem Ziel, noch mehr Stimmen zu gewinnen. Bestärkt wird der Genueser vom Meinungsforscher Maurizio Pessato vom Institut SWG. Grillo drohe seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn er mit den alten Parteien kooperiere, die er zu verjagen versprochen habe, sagte Pessato.

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Allerdings dürfte bis zur Ansetzung eines Neuwahltermins noch Zeit ins Land gehen. Präsident Giorgio Napolitano wies darauf hin, dass ihm die Verfassung untersage, in den letzten Monaten seiner Amtszeit das Parlament aufzulösen. Sein Mandat endet am 15. Mai.

Bersani lehnte in den Interview sowohl eine große Koalition mit dem Bündnis des rechts-konservativen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als auch eine neue Regierung von Technokraten ab. Sein Links-Bündnis war bei der Wahl Ende Februar zwar stärkste Kraft geworden, hatte aber eine arbeitsfähige Mehrheit verfehlt. Bersani droht nun eine heftige Auseinandersetzung im Vorstand seiner Demokratischen Partei, der am Mittwoch tagt. Seine Kritiker werfen ihm einem blutleeren Wahlkampf vor. Im den jungen Florentiner Bürgermeister Matteo Renzi, den er in der Ur-Wahl um den Parteivorsitz 2012 noch geschlagen hatte, könnte ihm ein ernsthafter Rivale erwachsen.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

04.03.2013, 15:12 Uhr

„Er muss jetzt sagen, was er will. Sonst gehen wir alle, er eingeschlossen, nach Hause“, sagte Bersani dem staatlichen Fernsehsender RAI."

Mag sein, Herr Bersani, aber Grillo wird wieder kommen.

Radiputz

04.03.2013, 15:17 Uhr

Italien ist blockiert bis in den Mai, wenn Napolitano nicht schon vorher Neuwahlen ansetzten kann.

Grillo kann unmöglich ein Interesse daran haben, mit Bersani auf bfeiter Grundlage zusammen zuarbeiten, da sonst seine Glaubwürdigkeit bei seinen Wählern Schaden nimmt.
Er spekuliert auf Neuwahlen, wo er nur massiv an Stimmen hinzugewinnen kann, nicht zuletzt auch durch die Aussagen seines "Wahlhelfers" Steinbrück.

Ob sich Italien eine politische Auszeit bis in den Mai "leisten" kann,steht auf einem anderen Blatt.

Zumindest dürfte der Euro abschmieren, was wiederum die Franzosen freut.

SilvioB.

04.03.2013, 15:35 Uhr

Wenn der Beppe schlau ist,läßt er Bersani am ausgestreckem Arm verhungern.Bei einer Neuwahl beommt er noch mehr Prozente,auch die von Bersani und Monti,den kennt dann eh keiner mehr... .

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