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20.09.2011

20:23 Uhr

Italien in der Krise

Der Druck auf Berlusconi wächst

Auch wenn sich Italiens Ministerpräsident als Opfer politisch motivierter Intrigen sieht – nach der Herabstufung Italiens durch S&P gerät Silvio Berlusconi innen- und außenpolitisch immer stärker unter Druck.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi gerät zunehmend unter Druck. dpa

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi gerät zunehmend unter Druck.

RomDer italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi gerät nach der Herabstufung seines Landes durch die Rating-Agentur Standard & Poor's innen- und außenpolitisch immer stärker unter Druck. Internationaler Währungsfonds und EU-Kommission forderten am Dienstag eisernes Sparen, damit Italien seine Schulden in den Griff bekommt. Die Arbeitgeber verlangten von dem konservativen Regierungschef, endlich mutige Reformen anzugehen oder seinen Hut zu nehmen.

Berlusconi reagierte empört auf die Entscheidung von S&P, die Kreditwürdigkeit der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone herabzustufen. Er warf den Bonitätswächtern Realitätsverlust vor und unterstellte ihnen politische Motive.

S&P hatte die Kreditwürdigkeit Italiens überraschend um eine Note auf „A“ heruntergestuft. Staatsanleihen des Landes gelten damit nur noch als „prinzipiell sichere Anlage“. Die mächtige Ratingagentur droht zudem mit weiteren Herabstufungen, indem sie den Ausblick bei „negativ“ beließ. Ein Zahlungsausfall sei aber nicht zu befürchten: Dies sei eine „extrem weit entfernte Möglichkeit“.

Berlusconi kritisierte das Vorgehen. „Die Einschätzung von Standard & Poor's scheint mehr von Medienberichten als von der Realität diktiert worden zu sein“, sagte er. „Sie scheint auch von politischen Erwägungen negativ beeinflusst.“ Die Regierung habe Sparmaßnahmen eingeleitet. Schritte zur Förderung des Wachstums würden vorbereitet.

Kritik kam auch von Verbraucherschutzverbänden. Sie wollen S&P und die konkurrierende Agentur Moody's gemeinsam verklagen, weil sie „den finanziellen Zusammenbruch“ Europas und des Euro provozierten.

Der Arbeitgeberverband Confindustria verlangte dagegen von der Regierung mehr Engagement. „Wir haben die Nase voll, eine internationale Lachnummer zu sein“, sagte Präsidentin Emma Marcegaglia

Italien droht nach einer IWF-Prognose wirtschaftlich immer weiter zurückzufallen. Der Fonds senkte seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,0 auf 0,6 Prozent und für 2012 sogar von 1,3 auf 0,3 Prozent. Der IWF befürchtet zudem eine steigende Arbeitslosigkeit. Dennoch könne das Schuldenniveau ab 2013 sinken, wenn das Sparprogramm konsequent umgesetzt werde.

Kommentare (7)

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deerhunter

20.09.2011, 21:17 Uhr

Liebe Italiener, nehmt diesen alternden Trapezkünstler Bungasconi endlich aus der Zirkus-Kuppel, bevor das ganze italienische Papier-Zelt unter der Luftnummer zusammenbricht. Wie masochistisch muss die italienische Gesellschaft denn sein, um sich das weiter anzutun. Dieser geliftete eitle Beau soll die ehemals stolze, römische Nation in der Krise repräsentieren und aus selbiger führen? Bitte nicht!!! Wir schicken Euch lieber Philipp Rösler und Guido W-Welle, die haben wir als Auslaufmodell zum Happy-Hour 2-4-1-Preis im Angebot bei Merkels Rest-Rampe ("alles für ne Mark").

lowabras

20.09.2011, 22:16 Uhr

Honneckers Rache gibts als Bonus kostenlos dazu. Nur müsst ihr dafür sorgen, dass sie niemals mehr zurück kommen.

Malocher

20.09.2011, 22:30 Uhr

Mir graust schon bei dem Gedanken für wieviele zig-Milliarden die EZB jetzt wieder italienische Staatsanleihen kaufen wird...

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