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11.07.2011

13:42 Uhr

Italien

Merkel verlangt einen Sparetat von Berlusconi

Mit Italien gerät das erste große Euroland in den Sog der Schuldenkrise. Die EZB fordert eine Vergrößerung des Rettungsschirms, in Brüssel tagen Finanzminister und EU-Spitze. Die Kanzlerin fordert von Rom ein Signal ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Premier Silvio Berlusconi bei einem früheren EU-Gipfel. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Premier Silvio Berlusconi bei einem früheren EU-Gipfel.

BrüsselBundeskanzlerin Angela Merkel hat Italien aufgefordert, schnell einen Sparhaushalt zu verabschieden. Damit müsse Italien ein ganz wichtiges Signal geben, sagte sie am Montag in Berlin. „Ich habe festes Vertrauen, dass Italien genau einen solchen Haushalt verabschieden wird.“ Sie habe am Sonntag mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi telefoniert.

Nach dem Schuldensünder Griechenland ist nun auch Italien zunehmend in den Fokus der Finanzmärkte geraten. Noch vor dem turnusmäßigen Treffen der Euro-Finanzminister haben Europas Spitzenpolitiker sich zu einem Sondertreffen in Brüssel getroffen. In Diplomatenkreisen hieß es, es gehe darum, sich auf eine mögliche Zuspitzung der Krise vorzubereiten. Zu dem Treffen geladen hatte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, den Präsidenten der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Gleichzeitig machen Gerüchte über eine Verdoppelung des Euro-Rettungsschirms für Italien die Runde. Dort waren in der vergangenen Woche die Zinsen für Staatsanleihen auf dem Zweitmarkt gestiegen. In Belgien war in der vergangenen Woche erneut die Regierungsbildung geplatzt. In beiden Ländern ist der Schuldenstand hoch.

Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten wollten am Nachmittag vor allem über Griechenland beraten, müssen sich jetzt aber auch mit einer möglichen Ausweitung der Krise befassen. Zudem geht es um die Details des zweiten Hilfsprogramms für Griechenland in Höhe von bis zu 120 Milliarden Euro. Merkel forderte eine rasche Entscheidung der EU über ein neues Hilfsprogramm für Griechenland. „Was Griechenland anbelangt, möchte ich sagen, dass Griechenland jetzt sehr schnell ein neues Programm bekommen muss, in sehr kurzer Frist.“ Deutschland und auch alle Euro-Partner seien fest entschlossen, die Stabilität des Euro zu verteidigen. Das gelte auch für die Zukunft, wobei man dafür das Instrument des neuen Rettungsschirms ESM habe. Der Euro an sich sei stabil.

Kommentare (48)

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Reinhard

11.07.2011, 07:30 Uhr

Warum machen die Europäer das nicht wie die USA. Einfach Geld drucken und so tun als ob nichts wäre. Damit sind dann auch die Rating Agenturen einverstanden und bewerten dann Griechenland wieder mit AA+, wie das jüngste Beispiel aus den USA zeigt. Ach sorry falsch, der amerikanische Bundesstaat hat ja alle Zahlungen eingestellt und Griechenland wird ja, zumindest momentan, vom Rest der EU aufgefangen. Also für Griechenland bitte AAA. Wenn wir was in Europa können, dann das, dass wir wunderbar von den USA ablenken indem wir ein Problem nach dem anderen breit treten bis es wirklich da ist. Nehmen wir uns ein Beispiel an den USA, so tun als ob alles nur halb so wild ist und der Markt und die Rating Agenturen glauben einem.

Account gelöscht!

11.07.2011, 07:51 Uhr

Leute, holt Eure Euros von den Konten und legt sie in Edelmetallen an, oder in einem Fremdwährungskonto in Schweizer Franken bevor der Euro immer wertloser wird.
Nach den Pleitegriechen sollen wir sicherlich bald auch noch Portugal und Italien mit Milliarden an Steuergeldern unter die Arme greifen - Geld, das "futsch" ist am Ende.
Hoffe, daß es bald eine neue Partei gibt, die vorprescht und ein klares "njet" setzt zu allen Unterstützungs- und Finanzhilfen an Pleitestaaten. Geht uns doch nix an, wenn diese Staaten über ihre Verhältnisse gelebt haben. Kann ja auch als Privatperson nicht in ein Kasino gehen, mein Geld verspielen und dann vom Staat wieder meine Verluste zurückholen in dem Wissen, daß ich das niemals werde zurückzahlen können ... und auch nicht will!!!
Griechenland, Portugal etc. sollen erstmal ihre Goldvorräte verkaufen und ihren Staatsbesitz, bevor sie uns weitermelken.

Reinhard

11.07.2011, 08:29 Uhr

Ist irgend jemanden schon mal aufgefallen, dass Deutschland eine Exportnation ist? An wen sollen wir exportieren wenn alle platt sind? Fakt, unser Steureinnahmen kommen von dem Geld, das wir zum Großteil in Europa gemacht haben und Gold schmeckt gut und 7, irgendwas Millionen Schweizern können bestimmt in mitten von 350 Millionen Europäern super überleben, wenn sich die Artikel keiner mehr leisten kann. Das Hauptproblem ist genau das, alles abgrasen und nach mir die Sinnflut. Beispiel Weizen, ich kenne keinen, der in der westlichen Welt kein Brot bekommen hätte. Der Preis hat sich aber letztes Jahr um das dreifache gesteigert, fast nur auf den Rohstoffhandel zurück zu führen. Das gleiche passiert mit Staatsanleihen, tja wenn die Geier Blut riechen.

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