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11.09.2012

15:51 Uhr

Italien

Monti nimmt schwache Konjunktur auf eigene Kappe

VonKatharina Kort

Die Schwäche der italienischen Wirtschaft gehe auch auf Regierungsbeschlüsse zurück, gibt Premierminister Mario Monti zu. Langfristig seien diese aber nötig. Er drängt Gewerkschaften und Firmen, sich zu modernisieren.

Italiens Premierminister Mario Monti bei der Eröffnung einer Messe in Mailand. dapd

Italiens Premierminister Mario Monti bei der Eröffnung einer Messe in Mailand.

MailandDer italienische Ministerpräsident Mario Monti hat zumindest einen Teil der Verantwortung für die schwache Konjunktur auf seine Schultern genommen. „Unsere Entscheidungen haben dazu beigetragen, dass sich die Konjunktur noch stärker eingetrübt hat“, sagte Monti am Dienstag bei der Eröffnung der Textilmesse Milano Unica in Mailand. Aber seine Regierung habe langfristige Entscheidungen fällen wollen und daher in Kauf genommen, dass sich die Lage kurzfristig die Lage verschärft, verteidigte der Premier das Handeln der Regierung.

„Nur ein Tor kann meinen, dass er ein Problem, das seit Jahrzehnten andauert, bekämpfen kann, ohne kurzfristig eine Verschlechterung der Situation zu bewirken“, sagte er.

Italien steckt mitten in der Rezession. Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt mit einem Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr sogar noch stärker zurückgegangen als zunächst erwartet. Die Regierung rechnet erst 2013 wieder mit Wachstum.

Monti sagte, seine Regierung versuche derzeit, die Rahmenbedingungen mit Reformen, Liberalisierungen und demnächst auch mit Milliarden schweren Investitionen in die Infrastruktur zu verbessern. Er wies aber auch auf die geringe Produktivität – also die hohen Kosten pro Produkt – hin. „Außer unter dem Spread der Zinsen leidet unserer Land auch unter dem Spread der Produktivität“, sagte der Premier und machte dafür auch die Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmen verantwortlich.

„Wir fordern im Namen des Landes und seiner Bürger, dass die Unternehmen und die Gewerkschaften sich stärker anstrengen und über ihre ideologischen Einzelinteressen hinausgehen“, sagte Monti, bei dem gestern Nachmittag ein Treffen mit den Vertretern der Gewerkschaften auf dem Programm stand. Die beiden Seiten sollten ihre „Beziehungen modernisieren“, wie dies in anderen Ländern schon geschehen ist. Die Regierung werde dafür gerne die Rolle des Vermittlers übernehmen

In Italien gilt vor allem das deutsche Modell der Mitbestimmung und der Moderation der Gehaltsforderungen in Krisenzeiten als Vorbild.

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Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Kommentare (1)

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AlterSchwede

11.09.2012, 17:05 Uhr

In Italien gilt vor allem das deutsche Modell der Mitbestimmung und der Moderation der Gehaltsforderungen in Krisenzeiten als Vorbild.
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Aber diese teutonischen Errungenschaften werden in Italien - und den anderen Südländern ebenfalls - gemieden, wie die Pest. Offensichtlich besteht auch ein Spread zwischen gesellschaftlicher Notwendigkeit und Einzelinteressen. Deshalb werden die schönen Anfänge der Sanierungsmaßnahmen in den Südländern sehr schnell verpuffen, ..... und man wird wieder zur Tagesordnung übergehen, alles wie gehabt. Was dringend erforderlich wäre, ist die kategorische Trennung zwischen sanierungsunfähigen und prosperierenden Euro-Staaten. Anders ist der Euro nicht zu retten!

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