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04.02.2012

15:16 Uhr

Italien

Monti plant Arbeitsmarkt mit „größtmöglicher Flexibilität“

Italiens Ministerpräsidenten Monti will den Arbeitsmarkt seines Landes „größtmöglich“ flexibilisieren und so jungen Leuten und Frauen bessere Chancen geben. Von den Gewerkschaften erwarte er dabei „große Reife“.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti erklärte, er habe Verständnis, dass die Bundesregierung Euro-Bonds „zu diesem Zeitpunkt“ ablehne. dapd

Italiens Ministerpräsident Mario Monti erklärte, er habe Verständnis, dass die Bundesregierung Euro-Bonds „zu diesem Zeitpunkt“ ablehne.

MünchenDer italienische Ministerpräsident Mario Monti will sich als nächstes einer Reform des Arbeitsmarktes zuwenden. Die Arbeitsmarktreform solle „größtmögliche Flexibilität“ erlauben und insbesondere jungen Leuten und Frauen zu Gute kommen, sagte der parteilose Regierungschef der „Süddeutschen Zeitung“ in einem Interview. Bei der bereits beschlossenen Rentenreform hätten die Gewerkschaften „große Reife“ bewiesen. „Ich erwarte nun bei den Verhandlungen über die Arbeitsreformen das gleiche Maß an Reife.“

Seine Regierung von ausschließlich parteilosen Experten genieße die „Unterstützung des Parlaments“ und „Akzeptanz durch die Öffentlichkeit“. Die Öffentlichkeit habe „wahrgenommen, dass wir tatsächlich vor dem Abgrund standen“, sagte Monti, ohne seinen Amtsvorgänger Silvio Berlusconi beim Namen zu nennen. Seine Regierung entscheide „in hohem Tempo“, um einen Kurswechsel hinzubekommen. Dabei würden der Bevölkerung „unzweifelhaft harte Opfer“ abverlangt - aber „im nationalen Interesse“ und nicht in einer Konfrontationsstellung zu Europa.

Die Verantwortung für die Erschütterung des Vertrauens in die Eurozone wies Monti zum Teil früheren Regierungen in Deutschland und Frankreich zu. Die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone hätten „2003 die Glaubwürdigkeit der Stabilitätsregeln zerstört“, kritisierte Monti. Er habe Verständnis für die aktuelle Bundesregierung, die Euro-Bonds „zu diesem Zeitpunkt“ ablehne. Euro-Bonds seien „definitiv keine Entschuldigung dafür, die Haushaltsdisziplin oder den Fiskalpakt zu lockern“. Er sei für Euro-Bonds-Strukturen „in einer Form, die nicht die Haushaltsdisziplin untergraben“, sagte Monti.

Von

afp

Kommentare (4)

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Pasta

04.02.2012, 16:01 Uhr

Italien erzürnt über Monti-Ausspruch zur Job-Sicherheit

Junge Leute müssten sich daran gewöhnen, öfter den Job zu wechseln; es sei ja ohnehin „langweilig“, immer dasselbe zu tun.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/02/37479/

eksom

04.02.2012, 16:55 Uhr

Gazprom-Schröder von der SPD hatte mit AGENDA 2010 vor Jahren auch den selben Einfall:
größtmögliche Flexibilität am Arbeitsmarkt und Lockerung bzw. Abschaffung des Kündigungsschutzes in Deutschland! Resultat: Leiharbeit und Zeitarbeit zu Hungerlöhnen,
400 € Jobs ohne Sozialabgaben und damit Altersarmut, unbezahlte langjährige Praktikantenjobs für Berufsanfänger, 3,4 Mio. HARTZ-IV Epfänger, Kinderarmut... Die Italiener sollten nie/nicht in die selbe Falle tappen!

Account gelöscht!

04.02.2012, 18:13 Uhr

Genau, Monti! Und weil alle Italiener deiner Meinung sind, protestieren die auch schon so dolle und legen derzeit alles lahm.

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