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29.07.2013

17:16 Uhr

Italien-Premier

Letta hält Griechenland-Hilfskonzept für misslungen

Für Italiens Regierungschef Enrico Letta hat die EU in den letzten Jahren schwere Fehler bei der Griechenland-Rettung gemacht. Die Sparpläne hätten das Land erst recht in die Krise gestürzt.

Italiens Premierminister Letta kritisiert die Rettungspläne der EU. dpa

Italiens Premierminister Letta kritisiert die Rettungspläne der EU.

Berlin/AthenItaliens Regierungschef Enrico Letta hat das Hilfskonzept von Europäern und Internationalem Währungsfonds für Griechenland scharf kritisiert. „Der Zeitplan war falsch. Es waren die falschen Instrumente“, sagte Letta am Montag bei einem Besuch in Athen. Unterdessen machte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages den Weg frei für neue Kreditzahlungen der Euro-Partner an das gegen die Pleite kämpfende Land frei. Die EU gab dem Land zumindest für das laufende Jahr etwas mehr Luft bei den geforderten Privatisierungen.

Europa habe in den vergangenen Jahren im Kampf gegen die Krise des Landes schwere Fehler begangen, sagte Letta während seines Griechenland-Besuchs. Die harten Sparauflagen hätten das Land noch tiefer in die Rezession gestürzt und europaweit die Arbeitslosigkeit nach oben getrieben. „Wenn Europa Griechenland zu Beginn anders behandelt hätte, wäre die finanzielle Katastrophe nicht so groß ausgefallen“, beklagte der italienische Regierungschef. Vor einigen Wochen hatte schon der Internationale Währungsfonds (IWF) mit seiner Selbstkritik am ersten Hilfskonzept für Griechenland für Aufsehen gesorgt.

Italien ist nach Griechenland mit einer Schuldenquote von über 120 Prozent das am zweithöchsten verschuldete Land der Euro-Zone. Die Regierung tut sich seit geraumer Zeit schwer mit der Sanierung der Staatsfinanzen und Reformen, wie sie insbesondere Deutschland immer wieder gefordert hat.

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Am Montag machte der Bundestags-Haushaltsausschuss den Weg für die Auszahlung von weiteren 2,5 Milliarden Euro an Griechenland frei. Der Ausschuss verzichtete auf die Möglichkeit einer Stellungnahme zur Transaktion. Da er aber mit der Sache - wie gesetzlich gefordert - befasst worden war, konnte die Bundesregierung grünes Licht für die Freigabe der Mittel geben. Dabei handelt es sich um die erste Rate des zugesagten Kredits von insgesamt 6,8 Milliarden Euro. Mit der Umsetzung von 22 geforderten Spar- und Reformmaßnahmen hatte Griechenland Ende letzter Woche die Voraussetzungen geschaffen. Bereits am Freitag hatte eine Arbeitsgruppe der Euro-Mitgliedsländer die Zahlung unter Vorbehalt befürwortet. Kurzfristig wird nun auch ein Ja des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet, damit auch dessen Anteil von 1,8 Milliarden Euro im August an Griechenland fließen kann.

Kommentare (29)

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emilioemilio

29.07.2013, 17:37 Uhr

Deshalb AfD!

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article118466632/Die-Macht-des-Zweifelns.html

Ein "Welt-Beitrag" zur freien, unabhängigen Presse in unserer Parteien-Diktatur der Europhantasten!

Mazi

29.07.2013, 17:39 Uhr

Es war nicht anders zu erwarten, wenn Lügner und Praktikanten sich als "Lotsen" betätigen bzw. das Steuer von Fachleuten übernehmen.

Es ist aber gut, dass dies aus dem Ausland auch so gesehen wird.

Augias

29.07.2013, 17:41 Uhr

„Wenn Europa Griechenland zu Beginn anders behandelt hätte, wäre die finanzielle Katastrophe nicht so groß ausgefallen“, beklagte der italienische Regierungschef.
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Dann dürfen wir das auf gar keinen Fall wiederholen - und den armen Italienern am besten schon morgen die fetten Milliarden rüberschieben, damit sie nicht so lange leiden müssen wie die so schlecht behandelten Griechen!

Ja, und ich liebe Konditionalsätze, besonders diesen: "WENN Europa Griechenland, ...... nein, WENN Katzen Pferde wären, könnte man mit ihnen auf Bäumen reiten!"

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