Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.08.2014

12:03 Uhr

Italien rutscht in die Rezession

Arrivederci Dolce Vita

Die italienische Wirtschaft ist im zweiten Quartal überraschend geschrumpft. Ökonomen hatten eigentlich leichtes Wachstum erwartet. Für den neuen Ministerpräsidenten Mateo Renzi ist das ein schwerer Rückschlag.

Der Strand von Capriccioli auf der italienischen Insel Sardinien: Die schwache Wirtschaft trübt das schöne Leben. dpa

Der Strand von Capriccioli auf der italienischen Insel Sardinien: Die schwache Wirtschaft trübt das schöne Leben.

Italien ist im Frühjahr überraschend in die Rezession zurückgerutscht. Von April bis Juni sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Istat am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem die Wirtschaft bereits zu Jahresanfang um 0,1 Prozent geschrumpft war.

Für die Regierung von Matteo Renzi sind die Daten ein Rückschlag. Denn der Ministerpräsident wollte die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft nach einer der längsten Rezessionen seit Jahrzehnten wieder flottmachen. Renzi plant Reformen am Arbeitsmarkt und bei den Steuern.

Die größten Baustellen für Italiens neue Regierung

Wahlrecht

Nachdem das alte Wahlrecht für verfassungswidrig erklärt wurde, braucht Italien dringend ein Neues. Lettas möglicher Nachfolger Matteo Renzi hat bereits einen Vorschlag ausgearbeitet, der bei künftigen Wahlen ein Patt im Parlament verhindern soll.

Arbeitslosigkeit

Die Zahlen kletterten in Italien während der Krise auf Rekordniveau, vor allem junge Menschen sind betroffen. Mehr als 40 Prozent der Italiener unter 25 Jahren haben keinen Job.



Steuersystem

Dieses Thema steht mit ganz oben auf der Agenda. Schon die Regierung Letta hatte Unternehmen und Arbeitnehmern Steuersenkungen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt.

Wirtschaftswachstum

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone steckte zuletzt in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit, erst in diesem Jahr hat die Wirtschaft langsam wieder zu wachsen begonnen.



Bürokratieabbau

Die öffentliche Verwaltung muss vereinfacht und reformiert werden - auch dies ist ein erklärtes Ziel Renzis. Zudem will er einen besseren Überblick über die Staatsausgaben bekommen und gezielte Kürzungen durchsetzen.

Arbeitsmarkt

Auch in diesem Bereich hat das Land eine Reform bitter nötig. Letta hatte erste Pläne für eine Liberalisierung entwickelt, die konkrete Umsetzung kommt auf die neue Regierung zu.


Staatsstrukturen

Sowohl das Parlamentssystem mit zwei gleichberechtigten Kammern als auch die Struktur des Landes mit den 20 Regionen stehen immer wieder in der Kritik.


Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan geht davon aus, dass Italien trotz der schwächeren Konjunktur keinen Nachtragshaushalt benötigt und die europäischen Vorgaben einhält. „Die Drei-Prozent-Grenze wird 2014 und 2015 nicht überschritten“, sagte Padoan der Zeitung „Il Sole 24 Ore“. Die offizielle Regierungsprognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr liegt bei 0,8 Prozent. Die Notenbank des Landes hatte allerdings jüngst ihre Schätzung auf 0,2 Prozent gesenkt.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Teito Klein

07.08.2014, 10:55 Uhr

Arrivederci Dolce Vita
------------
Nach Bunga-Bunga Berlusconi, Mario Monti und jetzt Matteo Renzi, ist Italien wieder dort gelandet, wo es schon seit Jahrzehnten ist, in der Rezession.
Es hat sich seitdem nichts geändert. Das Wirtschaftswachstum ist schwach und die Wirtschaft ist gelähmt. Das liegt vor allem an der überbordeten Bürokratie und der Korruption. Diese wird nur noch von Griechenland getoppt.
In Italien regieren nicht die Parteien sondern die Mafia!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×