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31.10.2016

16:13 Uhr

Italien

Tausende Erdbebenopfer ohne Obdach

Die Nächte sind kalt, und die Zukunft ist ungewiss. Die Menschen in Italiens Erdbebenregion sind verzweifelt. Schäden werden auch in Rom gemeldet. Für Regierungschef Renzi hat das Erdbeben eine politische Dimension.

Erdbeben in Mittelitalien

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Erdbeben in Mittelitalien: Völlige Zerstörung - Das sind die ersten Drohnenbilder von Amatrice

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RomNach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien haben Tausende Menschen ihr Hab und Gut verloren und müssen die Nächte in Zelten, Autos und Notunterkünften verbringen. Ministerpräsident Matteo Renzi versprach ihnen einen reibungslosen Wiederaufbau. Das Erdbeben am Sonntag habe „das Herz“ Italiens verwüstet, schrieb er am Montag in seinem Newsletter. „Diese Dörfer sind die Identität Italiens: Wir müssen alles wiederaufbauen, schnell und gut.“

Mehr als 15 000 Menschen wurden in den Lagern des Zivilschutzes versorgt, teilte die Behörde mit. Die Zahl der Obdachlosen wird aber weit höher geschätzt.

Das Beben der Stärke 6,5 - das heftigste in Italien seit 36 Jahren - hatte historische Ortschaften in der Apennin-Gebirgsregion zerstört und selbst in der Hauptstadt Rom Schäden angerichtet. Tote gab es nicht - auch, weil viele Orte schon nach dem schweren Beben im August, bei dem 298 Menschen umkamen, geräumt worden waren.

Zahlreiche Kulturgüter, wie zum Beispiel die Basilika San Benedetto in der umbrischen Kleinstadt Norcia, wurden schwer beschädigt. „Norcia stirbt nicht“, gab sich der Bürgermeister Nicola Alemanno dennoch kämpferisch.

Diese Aufnahme der Feuerwehr zeigt die Verwüstungen in der italienischen Ortschaft Castelluccio di Norcia in Umbrien. dpa

Erdbeben

Diese Aufnahme der Feuerwehr zeigt die Verwüstungen in der italienischen Ortschaft Castelluccio di Norcia in Umbrien.

Nachbeben, darunter auch zwei von mehr als Stärke 4, verunsicherten die Menschen weiter. „Schlafen? Hier wackelt alles, wie willst du da schlafen?“, sagte der Bürgermeister des Dorfes Ussita, Marco Rinaldi. „Die Wahrheit ist, dass der Alptraum nicht vorbei ist, es ist die Angst, die uns einen neuen Schlag gibt.“

Tausende Menschen wurden an die Adria-Küste gebracht. Andere wollten ihre Heimatorte allerdings nicht verlassen und schliefen in Autos. „Wir können nicht für mehrere Monate Zelte in den Bergen im Schnee aufstellen“, schrieb Renzi. „Es gibt genug Hotels für jeden.“ Auch Gebäude, die nicht in sich zusammengefallen sind, müssen von einem Techniker überprüft werden. Viele Menschen dürfen daher nicht in ihre Häuser zurück.

Das Kulturministerium erwarte nun seit dem Beben im August rund 5000 Hinweise auf mögliche Schäden, sagte die Ministeriums-Generalsekretärin Antonia Pasqua Recchia.

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