Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2012

15:23 Uhr

Italiens Vorstoß

Monti fordert europäischen Einlagensicherungsfonds

VonKatharina Kort

Italiens Premier will europaweit einen Einlagensicherungsfonds einführen, außerdem spricht er sich für spezielle Euro-Bonds aus. Aufgrund der Kapitalflucht aus Griechenland und Spanien ist das Thema drängend.

Seit November 2011 im Amt: Mario Monti. AFP

Seit November 2011 im Amt: Mario Monti.

Italiens Premierminister Mario Monti will auf dem G8-Gipfel offenbar auch über einen europäischen Einlagensicherungsfonds sprechen. Das Thema ist angesichts der Kapitalflucht aus Griechenland und Spanien derzeit hochaktuell. Bisher garantieren in Europa die einzelnen Länder in verschiedener Höhe den Kontobesitzern ihre Einlagen. Monti will vorschlagen, ein System zu schaffen, dass europaweit die Sparer absichert.

Dabei sieht sein Plan in einem ersten Schritt nur vor, dass die verschiedenen Länder koordiniert und damit möglichst zeitgleich reagieren, um ein Chaos zu verhindern. Dies soll vermeiden, dass sich eine Situation wie die in Irland wiederholt, als der Staat 2008 angesichts der Probleme der Banken den Anlegern ihre Ersparnisse unbegrenzt garantierte. Das hatte zur Folge, dass Investoren aus Großbritannien und den Niederlanden die irischen Banken mit Kapital überschütteten und damit auch den öffentlichen Haushalt Irlands gefährdeten.

In einem zweiten Schritt sollte dann auch ein System geschaffen werden, das von den Mitgliedsländern und deren Banken gemeinsam finanziert wird und europaweit die Sparer absichert.

Außer dem gemeinsamen Vorgehen bei den Einlagensicherungsfonds fordert Monti auch die Einführung von Projekt-bezogenen Euro-Bonds, die dazu dienen sollen, Infrastruktur-Projekte zu finanzieren. Außerdem will Monti, dass das Defizit in Zukunft anders berechnet wird und die Staaten Investitionen etwa in Straßen oder Breitband für das Internet abgezogen werden können. Vor dem geplanten EU-Treffen im Juni hat Monti bereits Angela Merkel und François Hollande und den spanischen Regierungschef Mariano Rajoy nach Rom eingeladen.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.05.2012, 16:07 Uhr

Der Goldman Sachs Mann hat wieder ne tolle Idee. Liebe Steuerzahler in den Nordstaaten haftet doch für die Bankeinlagen der Südländer...

Account gelöscht!

22.05.2012, 17:02 Uhr

Was ist das für ein Schwachsinn. In D haftet auch jeder für die Einlagen von alle. Die Einlagen zu sichern, ist viel besser als die Schulden zu vereinen. Der Eingalensicherungsfonds ist eine sehr gute Idee, beim Euro-bonds muss Merkel 100% dagegen bleiben. Spanien hat ein Schuldenstand der unter den von D liegt. Solten jedoch die Spanier massenweise ihre Euros aus BBVA in die Deutsche Bank transferieren, muss Spanien die Banken noch mehr rekapitalisieren(sie machen es jetzt schon wegen der Immobilienblase). Dann wird Spanien auch ein Rettungsschirm brauchen. Mir ist es lieber, man kriegt Anteile an verstaatlichte Banken als jedes Mal mit neue Regierungen nach Wahlen zu verhandeln und nachzubessern. Die Spanische Banken sollen aus dem ESM gestützt werden und dafür soll der ESM der größte Anteilseigner werden und dann, wenn es sich lohnt wieder aussteigen. Das wird viel schneller passieren als die 20 Jahren, die wir jetzt brauchen um die Gelder an Griechenland & Co. wieder einzusammeln. Wenn man es überhaupt auszahlt. Die Coba hat auch alles zurückgezahlt und der Bund auch Gewinn gemacht.

Account gelöscht!

22.05.2012, 17:09 Uhr

Ja - das ist lustig. Vielleicht sollten wir doch noch umziehen - außerhalb Europas.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×